13.02.2020 - VDW: Produktionsrückgang von 18 Prozent erwartet

Die fetten Jahre sind vorbei: Nach langen Boomjahren rechnet der VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) mit einem herausfordernden Jahr 2020 und einem Produktionsrückgang von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Der Auftragsbestand ist abgeschmolzen und wird nun die Entwicklung in diesem Jahr bestimmen“, sagte Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW, anlässlich der Jahrespressekonferenz am Donnerstag in Frankfurt am Main.



Prokop, der auch Geschäftsführer der Trumpf Werkzeugmaschinen GmbH + Co. KG ist, erwartet keine schnelle Entspannung. "Für weite Teile der Industrie wird sich in Deutschland die Durststrecke länger fortsetzen“, blickte er in die Zukunft.



Der VDW erwartet erst im zweiten Halbjahr eine gewisse Belebung beim Auftragseingang, die voraussichtlich aber nicht für einen Umschwung reichen werde. Beim Thema "handelspolitische Konflikte“ ist zum Bedauern des Verbandes keine Entwarnung in Sicht.



Gleichwohl will der VDW nicht zu pessimistisch in die Zukunft schauen. „Es gibt natürlich Investitionsbedarf bei den Firmen“, machte Prokop deutlich. Er nannte etwa die Automobilindustrie, die mit Hochdruck an neuen Antriebskonzepten arbeite. Allerdings behindere die hohe Unsicherheit die Investitionsfreudigkeit der Unternehmen.





Große Chancen sieht der VDW bei den Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit. „Den größten Hebel wird in Zukunft die digitale Vernetzung bieten“, prognostizierte Prokop. Bislang haben nur wenige kleinen und mittelständische Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in Europa ihre Maschinen, Anlagen und Systeme flächendeckend vernetzt.

An der Grundvoraussetzung für die Datennutzung, der standardisierten Kommunikationsschnittstelle, arbeite der Verband weiter. Im Laufe des Jahres sind erste Produkte zu erwarten, stellte er in Aussicht. Einzelheiten will der VDW auf der Branchenleitmesse METAV vom 10. bis 13. März in Düsseldorf vorstellen.

MBI/emv/13.2.2020

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