02.09.2026 - "Nicht wirtschaftlich tragfähig"/Arcelormittal will Stahlwerk und Knüppelwalzwerk in Duisburg schließen
Arcelormittal plant die Schließung seines Stahlwerks und des Knüppelwalzwerks in Duisburg. Das dortige Drahtwalzwerk soll künftig mit Halbzeugen von anderen Arcelormittal-Standorten und externen Lieferanten versorgt werden, wie das Stahlunternehmen am Mittwoch mitteilte. Hintergrund sei die zum September 2027 wirksam werdende Kündigung des Roheisenliefervertrags mit Thyssenkrupp Steel. Arcelormittal Duisburg hatte die Kündigung im Dezember 2024 bekannt gegeben und dies mit erheblichen Kostensteigerungen bei einer möglichen Vertragsverlängerung begründet. Das Unternehmen prüfte nach eigenen Angaben verschiedene Optionen für die künftige Roheisenversorgung sowie Möglichkeiten zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion. Keine der untersuchten Varianten habe sich als wirtschaftlich tragfähig erwiesen.
Vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats soll das Duisburger Drahtwalzwerk künftig mit Knüppeln beliefert werden. Damit würden das Stahlwerk und das Knüppelwalzwerk aus dem Produktionsprozess herausfallen und geschlossen. Der Sozialdialog über einen Sozialplan für die Beschäftigten in Duisburg soll im September 2026 beginnen, so das Unternehmen. Nach Angaben auf der Website des Unternehmens sind am Arcelormittal-Standort Duisburg insgesamt 800 Mitarbeitende beschäftigt. Arcelormittal machte keine Angaben dazu, wie viele Arbeitsplätze von den geplanten Schließungen betroffen wären. "Wir sind uns bewusst, dass dies für unsere Mitarbeitenden bei Arcelormittal Duisburg eine schwierige Nachricht ist", sagte Sanjay Samaddar, CEO von Arcelormittal Europe Long Products. Die strukturellen Herausforderungen im europäischen Stabstahlsektor seien erheblich. Dazu zählten eine geringe Kapazitätsauslastung, eine rückläufige lokale Nachfrage, eingeschränkte Exportmöglichkeiten und hohe Energiekosten.Mehrere Arcelormittal-Standorte sowie externe Hersteller in Europa könnten den Angaben zufolge den Großteil des für Duisburg benötigten Vormaterials liefern. Arcelormittal Hamburg, das Stahl im Direktreduktions-Elektrolichtbogenofen-Verfahren (DRI-EAF) produziert, sei dabei gut positioniert, Duisburg mit Knüppeln mit einem geringeren CO2-Fußabdruck zu versorgen. Auch für das französische Arcelormittal-Werk Gandrange ergeben sich Änderungen: Da Duisburg derzeit der wichtigste Knüppellieferant des Standorts sei, soll Gandrange künftig Halbzeuge von mehreren anderen Arcelormittal-Werken beziehen und zusätzlich Knüppel von externen Lieferanten zukaufen.Die langfristige Zukunft von Arcelormittal Duisburg habe für Kunden, Beschäftigte und die gesamte Region "absolute Priorität", sagte Samaddar. Das Unternehmen treibe daher die Pläne für eine Versorgung des Drahtwalzwerks mit Halbzeugen voran, um die Lieferkontinuität über September 2027 hinaus sicherzustellen. Arcelormittal schätze die langfristigen Beziehungen zu den Kunden und sei verpflichtet, die kontinuierliche Belieferung aller Kunden aufrechtzuerhalten.MBI/gil/2.9.2026
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