25.03.2020 - Kreise/Thyssenkrupp-Personalabbau dürfte rund 250 Millionen Euro kosten

Die mit den Arbeitnehmern ausgehandelte Restrukturierung in der Stahlsparte von Thyssenkrupp wird nach Angaben informierter Kreise Kosten in der Größenordnung von 250 Millionen Euro verursachen. Die genaue Summe hänge davon ab, ob es gelinge, wie geplant das Grobblechgeschäft in Duisburg-Hüttenheim zu verkaufen oder ob es am Ende geschlossen werden müsse, sagte ein mit den Planungen vertrauter Informant.



In den nächsten sechs Jahren sollen nach der mit der IG Metall ausgehandelten Vereinbarung 3.000 der insgesamt 27.000 Arbeitsplätze bei Thyssenkrupp Steel wegfallen. Betriebsbedingte Kündigungen sind dabei ausgeschlossen. Der Abbau soll mit Hilfe von Transfergesellschaften und Freiwilligenprogrammen erreicht werden, sagte der Informant.



Thyssenkrupp unterzieht sein Stahlgeschäft einer umfassenden Restrukturierung. Viele Anlagen sollen modernisiert werden, einzelne Produktionen sollen zusammengelegt werden, etliche Mitarbeiter werden an anderer Stelle arbeiten müssen. In Bochum etwa wird ein Standort geschlossen. 2.000 Stellen fallen in den nächsten drei Jahren dem Rotstift zum Opfer, anschließend werden durch verbesserte Prozesse noch einmal 1.000 Jobs überflüssig.



Insgesamt verspricht sich Thyssenkrupp von allen Maßnahmen eine Ergebnisverbesserung von 600 Millionen Euro. 200 Millionen Euro davon entfallen laut dem Informanten auf Personalmaßnahmen.



In den nächsten Wochen werden viele Stahlarbeiter wohl in Kurzarbeit gehen. Genaue Zahlen stehen noch nicht fest, so ein Insider. Betroffen seien aber vor allem die Downstream-Geschäft mit großer Kundennähe. Thyssenkrupp ist hier direkt von Produktionsunterbrechnungen deutscher Autokonzerne betroffen. "Wir rechnen mit stark ansteigenden Kurzarbeiterzahlen in den nächsten Wochen", sagte der Informant. Auch Kapazitätsanpassungen werde es geben.



Das Ausmaß der Kurzarbeit bei Thyssenkrupp hängt davon ab, wie lange die Autohersteller ihre Werke still stehen lassen.

MBI/DJN/emv/25.3.2020

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