29.06.2020 - Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie/Verbesserte Zukunftserwartungen, verschlechterte Lage

Nach dem leichten Anstieg im Mai haben sich im Juni die Erwartungen der deutschen Zulieferindustrie mit Blick auf die nächsten sechs Monate sprunghaft verbessert. Der Saldo aus Optimisten und Pessimisten stieg von -33,8 auf -1,6 Punkte an und liegt damit nun nahe der Nulllinie. "Dies ist der stärkste jemals gemessene Anstieg und zeigt, dass die Zahl der Zulieferer, die für die kommenden Monate mit stabileren Geschäftsaussichten rechnen, zugenommen hat", teilte die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ) mit.

Andererseits werde die aktuelle Lage von den Unternehmen weiterhin als schlecht eingestuft. So sank der Saldo erneut deutlich um 4,6 Saldenpunkte auf - 53,1 Punkte. Damit habe sich die Bewertung der aktuellen Geschäftslage auf ein neues Rekordtief seit der Finanzkrise verschlechtert, merkt die ArGeZ an. Der Tiefpunkt lag im April 2009 bei einem Saldo von - 62,9 Punkten.

In der Gesamtbetrachtung zeigt sich laut dem Verband ein besseres Stimmungsbild als in den vergangenen Wochen während des Lockdowns. Denn das Geschäftsklima der Zulieferindustrie hat sich im Juni von -41,3 auf -29,3 Punkte verbessert. Das verabschiedete Konjunkturpaket der deutschen Bundesregierung sowie die schrittweisen Lockerungen der Coronavirus-Beschränkungen haben sicher einen Teil dazu beigetragen, so die ArGez. Generell befinde sich die Stimmung jedoch weiter auf sehr niedrigem Niveau. Auch mit Blick auf die insgesamt schwache Auftragslage und die daraus folgenden Kapazitätsanpassungen in Form von Kurzarbeit dürfte nur mit einer langsamen Erholung zu rechnen sein.

Der Geschäftsklimaindex Zulieferindustrie wird von der ArGeZ in Zusammenarbeit mit dem Ifo-Institut, München, ermittelt. Er beruht auf der Befragung von rund 600 Unternehmen und deckt die in der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie zusammengeschlossenen Branchen Gießerei-Industrie, Aluminiumindustrie, Kunststoffverarbeitung, Stahl- und Metallverarbeitung, NE-Metall-Industrie, Kautschukindustrie sowie Technische Textilien ab.

MBI/emv/29.6.2020

Weitere Plattformen der MBI Infosource