30.06.2020 - "Erhöhte Unsicherheit wegen Pandemie"/Coronavirus stürzt Tata Steel tiefer in die roten Zahlen

Tata Steel ist tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie verbuchte der Stahlhersteller in seinem vierten Quartal (bis 31. März) einen Nettoverlust von 14,81 Milliarden indische Rupien (196,1 Millionen US-Dollar) aufgrund geringerer Verkäufe und Rückstellungen für die Wertminderung von Vermögenswerten. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen einen Nettogewinn von 23,83 Milliarden Rupien erzielt. Der Absturz in die roten Zahlen war größer als von Analysten erwartet: In einer Umfrage von S&P Global Market Intelligence wurde ein Nettogewinn von 1,91 Milliarden Rupien prognostiziert. Der Umsatz sank im gleichen Zeitraum um 20 Prozent auf 337,70 Milliarden Rupien von 424,24 Milliarden Rupien im Vorjahresquartal, wie der indische Stahlproduzent mitteilte. Dies führte Tata Steel zum Teil auf den Lockdown in Indien zurück.

"Angesichts der erhöhten Unsicherheit aufgrund der Covid-19-Pandemie konzentrieren wir uns darauf, liquide Mittel zu sparen und eine angemessene Liquidität sicherzustellen, um potenziellen Störungen im Betriebsumfeld begegnen zu können", sagte Chief Financial Officer Koushik Chatterjee. Für die Wertminderung von Vermögenswerten in Europa, dem überseeischen Bergbau und in indischen Betrieben verbuchte das Stahlunternehmen eine Rückstellung in Höhe von 31,41 Milliarden Rupien. Laut Tata Steel verfügt der europäische Geschäftsbereich über ausreichende Ressourcen, um in absehbarer Zukunft weiter zu operieren. Allerdings bestehe eine wesentliche Unsicherheit bezüglich der Auswirkungen der Pandemie auf seine finanzielle Situation.

In den europäischen Betrieben ging die Flüssigstahlproduktion laut Tata Steel im Geschäftsjahr 2020 (bis 31. März) geringfügig auf 10,26 Millionen Tonnen zurück. Sie stieg im vierten Quartal verglichen mit dem Vorquartal um 5 Prozent auf 2,64 Millionen Tonnen. Die Lieferungen sanken demnach im Geschäftsjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4 Prozent auf 9,29 Millionen Tonnen. Dies sei in erster Linie auf die allgemeine Schwäche der wirtschaftlichen Aktivitäten zurückzuführen, hieß es. Die Lieferungen im vierten Quartal stiegen nach Tata-Steel-Angaben inmitten der Covid-19-Krise verglichen mit dem Vorquartal um 2 Prozent auf 2,39 Millionen Tonnen.

Seit April fahre das Unternehmen seine Produktion wieder hoch, so Tata-Steel-CEO TV Narendran. Während die Kapazitätsauslastung im April 50 Prozent betrug, habe sich diese im Mai auf bis zu 70 Prozent verbessert. Ab Juli plane das Unternehmen die volle Kapazitätsauslastung zu erreichen.

MBI/DJN/gil/30.6.2020

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