07.07.2026 - Verlust durch US-Zölle/Toyota verlagert Tacoma-Fertigung nach Texas

Toyota wird 3,6 Milliarden US-Dollar investieren, um die Produktion seines meistverkauften mittelgroßen Pick-ups Tacoma bis 2030 zurück in die USA zu holen. So soll im texanischen Werk San Antonio eine zweite Montagelinie eingerichtet werden, um auch dort den Tacoma zu montieren. Dadurch würden etwa 2.000 Arbeitsplätze vor Ort geschaffen, hieß es weiter. In San Antonio werden derzeit größere Pick-ups und SUVs gebaut. Gegenwärtig gibt es dort 3.700 Mitarbeiter. Mehr Fahrzeuge in den USA zu produzieren, wird Toyota helfen, die hohen Importzölle auf seinem größten Markt zu reduzieren. Der weltgrößte Autohersteller benötigt zudem mehr Produktionskapazitäten in den USA, weil er Schwierigkeiten hat, seine Händler in dem Land ausreichend mit Fahrzeugen zu versorgen, sagte John Murphy, Gründer der Beratungsfirma Murphy Automotive Partners.

 

Toyota baut den Tacoma derzeit in etwa gleichen Stückzahlen in den mexikanischen Werken Guanajuato und Baja California. Die Produktion aus dem Werk in Baja wird nach Fertigstellung der Erweiterung im Jahr 2030 nach San Antonio verlagert, während die Produktion im Werk Guanajuato unverändert fortgesetzt wird, erklärte das Unternehmen. Toyota lehnte eine Stellungnahme zu den Plänen für das Werk in Baja nach dem Wegfall des Tacoma ab.

 

Der Tacoma, der Mitte der 1990er Jahre auf den Markt kam, ist seit langem das dominierende Modell im Segment der mittelgroßen Pick-ups. Dessen Verkaufszahlen übertreffen regelmäßig die der Konkurrenten wie Ford Ranger und Chevrolet Colorado. Das Werk in San Antonio montierte den Tacoma bereits von 2010 bis 2021, bevor die Produktion vollständig nach Mexiko verlagert wurde.

 

In San Antonio produziert Toyota seinen größeren Pick-up Tundra und den SUV Sequoia. Knapp 200.000 Fahrzeuge laufen dort derzeit pro Jahr vom Band. Mit der Tacoma-Linie soll die Jahresproduktion dort um etwa 150.000 Fahrzeuge steigen. 

 

Trotz seiner umfangreichen Produktionspräsenz in den USA - beliebte Modelle wie Camry, Corolla und RAV4 werden unter anderem in Amerika gefertigt - haben Zölle auf Teile, Komponenten und Fahrzeuge, die aus Japan importiert werden, Toyotas Gewinne sinken lassen. Die nordamerikanische Sparte des Unternehmens rutschte im Geschäftsjahr bis März in die Verlustzone, nachdem sie durch US-Zölle einen operativen Verlust von 1,38 Billionen Yen (etwa 7,5 Milliarden Euro) hinnehmen musste.

 

Japanische Autos unterliegen nach einem vor etwa einem Jahr von US-Präsident Donald Trump abgeschlossenen Handelsabkommen einem Zollsatz von 15 Prozent. Der Tacoma unterliegt zudem Zöllen auf seinen nicht-amerikanischen Anteil, da er in Mexiko montiert wird. Das Unternehmen importiert außerdem Fahrzeuge aus Kanada in die USA. Toyota lastet allerdings mehr als 90 Prozent seiner nordamerikanischen Produktionskapazitäten aus - die branchenweit höchst Quote. Das ist laut der Beratungsfirma Autoforecast Solutions ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen seine Werke erweitern muss, um mehr Fahrzeuge zu produzieren.

 

Toyotas US-Absatz stieg im ersten Halbjahr 2026 um 0,5 Prozent entgegen dem branchenweiten Rückgang von 2,5 Prozent, wie Motor Intelligence berichtet. Toyota ist nach General Motors der zweitgrößte Autohersteller in den USA gemessen am Absatz. Mehrere Autohersteller haben nach den jüngsten Zollanhebungen Pläne angekündigt, ihre Produktionsstandorte in den USA auszubauen, besonders im Bereich der lukrativen Benzin-Pick-ups und SUVs.

 

MBI/DJN/gil/7.7.2026

 

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