05.05.2026 - Reaktion auf Trumps Metallzölle/Kanada stellt milliardenschweres Finanzpaket bereit
Kanada stellt seinen angeschlagenen Herstellern zusätzliche Finanzierungsmittel zur Verfügung, um die Auswirkungen der umfassenden Überarbeitung der Metallzölle durch US-Präsident Donald Trump abzufedern. Diese finanzielle Unterstützung – in Form von zinslosen Darlehen im ersten Jahr – sei notwendig, um Unternehmen über Wasser zu halten, während diese ihre Unternehmensstrategien anpassen, um mit den veränderten US-Zöllen umzugehen, erklärten kanadische Regierungsvertreter. Die Regierung stelle 1,5 Milliarden kanadische Dollar (rund 1,1 Milliarden US-Dollar) für bestimmte handelsbetroffene Sektoren bereit, sagte die kanadische Industrieministerin Mélanie Joly. Zwei Drittel der Mittel werden von der staatlichen Business Development Bank of Canada verwaltet. Diese werde Darlehen von bis zu 50 Millionen kanadischen Dollar zu günstigen Konditionen an Unternehmen vergeben, die Produkte herstellen und exportieren, die Stahl, Aluminium und Kupfer enthalten.
Die regionalen Entwicklungsagenturen Kanadas werden den verbleibenden Betrag an berechtigte Unternehmen verteilen. Nach den Bedingungen der Programme werden im ersten Jahr keine Zinsen erhoben, in den zweiten und dritten Jahren gelten niedrige Zinssätze – danach beginnt die Rückzahlung. Die Regierung erwartet zudem, dass die großen Geschäftsbanken des Landes mit den Herstellern zusammenarbeiten, "während wir gemeinsam diesen Sektor unterstützen".Das neue Finanzpaket ist eine Reaktion auf Trumps Entscheidung, im vergangenen Monat einen 25-prozentigen Zoll auf importierte Fertigprodukte zu erheben, die ausländische Metalle enthalten. Dieser Zoll auf weiterverarbeitete Waren gilt zusätzlich zu hohen Zöllen von bis zu 50 Prozent auf importierten Stahl, Aluminium und Kupfer. Diese sektorspezifischen Zölle, die auch Automobile und Forstprodukte betreffen, setzen kanadische Hersteller unter Druck. Die Beschäftigung in diesem Sektor ist laut Statistik Canada im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent gesunken.
"Wir befinden uns in einem Handelskrieg. Wir stehen an vorderster Front, und das Ziel ist es, Arbeitsplätze zu schützen und Unternehmen am Leben zu halten", sagte Joly auf einer Pressekonferenz bei einem Hersteller in einem Vorort von Ottawa: "Die Stahl-, Aluminium- und Kupfersektoren sind entscheidend – sie sind wichtig für unsere Wirtschaft, für unsere Industrie und auch für unsere Souveränität."
Kanadische Beamte haben erklärt, dass eine Lockerung der hohen sektorspezifischen Zölle auf Stahl und Aluminium Voraussetzung für jede Einigung zwischen Ottawa und Washington über die Erneuerung des USMCA-Handelsabkommens (USA–Mexiko–Kanada-Abkommen) sei. Die Gespräche zwischen den USA und Kanada liegen derzeit auf Eis, vor einer für den Sommer geplanten Überprüfung des USMCA und einer Entscheidung Washingtons über eine mögliche Verlängerung des Abkommens.MBI/DJN/gil/5.5.2026
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