31.07.2020 - AGEE-Zahlen/Ökostromanteil steigt über 50 Prozent

Im ersten Halbjahr wurde erstmals mehr Strom aus Erneuerbaren Energien verbraucht als aus konventionellen Quellen. Der Ökostromanteil stieg auf 50,2 Prozent, wie der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) unter Verweis auf Daten der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) bereits am Donnerstag mitteilte. Dieser Rekordanteil ist zum Teil auch auf den gesunkenen Strombedarf im Zuge der Corona-Krise und des Lockdowns zurückzuführen.

Nach vorläufigen Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sank der Stromverbrauch demnach um 5,7 Prozent auf 272 Milliarden Kilowattstunden. Den größten Effekt habe dabei der Rückgang bei der Industrie, dem größten Stromverbraucher, gehabt. Durch den Einspeisevorrang für Erneuerbare Energien wurde in den vergangenen Monaten die Stromerzeugung durch konventionelle Energieträger zudem deutlich zurückgefahren.

Bei den Erneuerbaren profitierte insbesondere die Photovoltaikbranche. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurde 20 Prozent mehr Leistung neu in Betrieb genommen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, teilte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) am Freitag mit. Zugleich hellte sich die Stimmung in den vergangenen Wochen erheblich auf. Der vom BSW mit Unterstützung der Messe Intersolar erhobene Geschäftserwartungs-Index für die Solar-Branche kletterte im zweiten Quartal gegenüber Jahresanfang um 60 Punkte auf 128 Zähler und hat sich damit nahezu verdoppelt. Eine derart starke Verbesserung der Geschäftserwartung in so kurzer Zeit sei in der Solarbranche seit Beginn der Messungen vor 15 Jahren nicht registriert worden.

"Der erfreuliche Sprung der Geschäftserwartung geht auf die Streichung des Solardeckels zurück", sagt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig mit Blick auf die Einigung im Bundestag auf die weitere Ausbau-Förderung der Branche. Dennoch mahnten die Verbände weiterhin mehr Tempo beim Ökostromausbau an. Die Solarbranche fordert eine Verdreifachung, um die Klimaziele zu erreichen. Der BDEW erklärte, bei der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes müsse das 65-Prozent-Ziel bis 2030 in konkrete Ausbaupfade übersetzt werden. Das Wirtschaftsministerium will noch in diesem Herbst einen Entwurf für das überarbeitete EEG vorlegen.

MBI/DJN/map/31.7.2020

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