22.05.2020 - Frankreich: Autobauer Renault kämpft ums Überleben

PARIS -- Der französische Autobauer Renault steckt in einer existenziellen Krise. "Renault kämpft ums Überleben", sagte Frankreichs Wirtschaftsminister Brune Le Maire am Freitag der Zeitung "Le Figaro". Zuvor hatten französische Medien über die Schließung von bis zu vier Renault-Werken in Frankreich berichtet. "Wir sind sehr wachsam", erklärte Frankreichs Premierminister Edouard Philippe.



Der französische Staat hält 15 Prozent der Anteile an dem Autohersteller, der nicht allein wegen der Corona-Krise mit wachsenden Problemen kämpft. Renault hatte 2019 erstmals seit einem Jahrzehnt rote Zahlen geschrieben. Bis zum Ende des Monats wollte das Unternehmen einen Sparplan über rund zwei Mrd. Euro für die kommenden drei Jahre vorlegen. Auf der Kippe steht demnach unter anderem das Werk Flins nahe Paris mit 2600 Mitarbeitern. Le Maire sprach sich gegen eine Schließung aus. "Das ist die Position der Regierung und des Staates als Aktionär“, stellte er am Freitag klar.



Die EU-Kommission hatte bereits fünf Milliarden Euro an Hilfen für den Autobauer gebilligt. Er habe die geplante Kreditbürgschaft in Höhe von fünf Milliarden Euro aber noch nicht abgezeichnet, sagte Le Maire. Er knüpfte weitere Unterstützungen für Renault an den Erhalt von Standorten und den Ausbau der Elektro-Mobilität. Die Firmenleitung müsse garantieren, "dass Frankreich künftig das weltgrößte Zentrum der Produktion von Elektroautos für Renault wird", betonte der Minister.



Frankreichs Regierung hat für die kommende Woche einen Plan für die Autohersteller des Landes angekündigt. Er habe "keinen Skrupel unsere Unternehmen zu retten“, so Le Maire.



MBI/rp/DJG/jhe

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