11.12.2025 - Vor Borkum/One Dyas treibt Erdgasgewinnung voran
Der niederländische Energiekonzern One-Dyas betreibt seine Erdgasförderung in der Nordsee vor der Insel Borkum nun mit Offshore-Windenergie. Dafür sei ein etwa acht Kilometer langes Kabel auf dem Meeresboden von dem deutschen Offshore-Windpark Riffgat zur Gasförderplattform N05-A gelegt und inzwischen in Betrieb genommen worden, teilte One-Dyas mit. Damit sei es die erste Gasplattform in der niederländischen und deutschen Nordsee, die mit Windenergie von See betrieben werde. Um die Verlegung des Kabels hatten Umweltschützer lange mit Unternehmen und Behörden vor Gericht gestritten. Die Deutsche Umwelthilfe kritisierte, dass das Kabel durch ein Schutzgebiet verlaufe und die Bauarbeiten dort ein seltenes Steinriff unwiederbringlich beschädigen könnten. Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg hatte im Sommer in einer Eil-Entscheidung den Weg für die Kabelverlegung frei gemacht. Die Versorgung der Förderplattform mit erneuerbarer Energie ist laut One-Dyas wichtig, da so während der Produktionsphase nahezu keine Emissionen entstünden. So sollen die CO2-Emissionen der Gasproduktion insgesamt reduziert werden. «Damit unterstützt diese Erdgasförderung die Klimaziele, die auf eine Emissionsreduzierung abzielen», teilte One-Dyas mit. Bislang wurde die Gasförderung auf der Plattform vor Borkum über Gasgeneratoren betrieben. Künftig soll der Windstrom laut dem Unternehmen auch dafür genutzt werden, weitere Bohrlöcher zu bohren. Dafür sei eine mobile Bohrplattform, die vorübergehend an die Förderplattform angeschlossen wird, auf einen elektrischen Betrieb umgerüstet worden. Mit der Bohrung eines zweiten Bohrlochs solle in Kürze begonnen werden, teilte One-Dyas weiter mit. Bislang wird aus dem grenzüberschreitenden Vorkommen allein auf niederländischem Staatsgebiet Gas gefördert. Die Erdgasplattform vor Borkum, die etwa 20 Kilometer vor der Insel in der Nordsee liegt, soll im Regelbetrieb etwa 2 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr produzieren. Das entspricht laut One-Dyas 7 Prozent des niederländischen und mehr als 2,5 Prozent des deutschen Gasbedarfs. One-Dyas hat aber noch weitere Felder in der Nähe im Blick - das Gesamtvolumen des sogenannten GEMS-Gebietes wird auf 50 bis 60 Milliarden Kubikmeter geschätzt. Umweltverbände und auch Teile der niedersächsischen Landesregierung sind gegen die neue Gasförderung, die in einem Gebiet nahe dem Niedersächsischen Nationalpark Wattenmeer erfolgt. Auf Borkum ist die Sorge groß, dass die Gasförderung auch Umweltfolgen für die Insel und das benachbarte Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer haben könnte.MBI/dpa/cdg/11.12.2025
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