30.06.2020 - UPDATE/Zweites Quartal/Shell wegen Öl-Preisrutsch mit Wertberichtung von bis zu 22 Mrd Dollar

Wegen deutlich geringerer Öl- und Gaspreise rechnet Shell im zweiten Quartal mit einer hohen Milliardenbelastung. Wie die Royal Dutch Shell plc mitteilte, wird die Wertberichtigung zwischen 15 Milliarden bis 22 Milliarden US-Dollar liegen. Wegen der dämpfenden Effekte der Corona-Pandemie auf die Ölnachfrage hat der Energiekonzern seine Prognosen für die Preisentwicklung zurückgenommen. Die langfristigen Raffineriemargen sieht der Konzern nun rund 30 Prozent niedriger als bisher.

Den langfristigen Preis für Brent-Öl bei sieht Shell bei 60 US-Dollar je Barrel. Dieses Jahr rechnet der Konzern im Schnitt mit 35 Dollar je Barrel.

Alleine 8 Milliarden bis 9 Milliarden Dollar der Wertberichtigung betreffen das Gas-Geschäft, wie Shell weiter mitteilte. Auf den Bereich Ölprodukte würden 3 Milliarden bis 7 Milliarden Dollar entfallen, die restlichen Milliarden entfielen auf das Fördergeschäft. Das Fördervolumen im zweiten Quartal bis Ende Juni sieht Shell im integrierten Gasgeschäft bei 880.000 bis 910.000 Barrel pro Tag - im Jahr zuvor lag das Volumen noch bei 927.000 Barrel/Tag.

Die Ankündigung von Shell am Dienstag kommt nicht überraschend. Der Konkurrent BP hatte bereits Mitte Juni angesichts des widrigen Marktumfelds angekündigt, im zweiten Quartal 13 Milliarden bis 17,5 Milliarden Dollar abschreiben zu müssen. Auch BP hatte die Preisprognosen für Öl und Gas gesenkt.

MBI/DJN/map/30.6.2020

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