15.09.2020 - Monatsbericht/IEA senkt Prognose für Ölnachfrage

Die durch die Pandemie ausgelöste Unsicherheit auf dem Ölmarkt hält an und die Aussichten für die weltweite Nachfrage sind nach Einschätzung der Internationalen Energie-Agentur (IEA) noch düsterer als im August. In ihrem Ölmarktbericht für September prognostiziert die IEA für 2020 einen stärkeren Rückgang der globalen Nachfrage als in ihrem vorherigen Bericht und senkte ihre Prognose für den zweiten Monat in Folge.

Die Agentur rechnet nun mit einem Rückgang der weltweiten Nachfrage um 8,4 Millionen Barrel in diesem Jahr, eine weitere Kontraktion um 300.000 Barrel gegenüber dem August-Bericht. Dies entsprach einem ähnlichen Schritt der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), die ihre eigene Kontraktionsprognose vertiefte und gleichzeitig einen wachsenden Pessimismus hinsichtlich der Erholung der Weltwirtschaft und der Ölnachfrage signalisierte.

Die in Paris ansässige IEA erklärte, dass sie nun erwartet, dass die weltweite Ölnachfrage im vierten Quartal des Jahres 2020 um 5 Millionen Barrel pro Tag schrumpfen wird - eine Kontraktion, die etwa 600.000 Barrel pro Tag tiefer liegt als die Prognose im August.

Steigende Infektionen in Europa, neue Restriktionen und ein anhaltend hohes Maß an Homeoffice auf der einen Seite und die verstärkte Nutzung von Privatfahrzeugen auf der anderen Seite haben die Analyse des Marktes "zu einer großen Herausforderung gemacht", erklärte die Agentur. Da das Ölangebot weiter zunehme, die Erholung der Ölnachfrage ins Stocken zu geraten scheine und der Wintereinbruch auf der Nordhalbkugel Fragen über die Virulenz des Coronavirus aufwerfe, scheine der Ausblick für den globalen Ölmarkt "noch fragiler" zu sein als noch vor einem Monat, so die IEA.

MBI/DJN/map/15.9.2020

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