06.07.2026 - Fachagentur Wind und Solar/Repowering verdreifacht deutsche Stromerzeugungskapazität

Die Analyse der Fachagentur Wind und Solar zeigt, dass Repowering in Deutschland eine zunehmend zentrale Rolle beim Ausbau der Windenergie an Land spielt. Dabei werden ältere, leistungsschwache Windenergieanlagen durch moderne, deutlich leistungsstärkere Turbinen ersetzt, meist an bereits etablierten Standorten. Ziel ist es, die Stromproduktion effizient zu steigern und gleichzeitig Flächenkonflikte zu begrenzen.Der Anteil des Repowerings am jährlichen Bruttozubau der Windenergieleistung ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im Jahr 2024 lag er bei rund 33 Prozent der neu installierten Windenergieleistung und erreichte damit einen der höchsten Werte der letzten Dekade. Auch in den Jahren zuvor bewegte sich der Anteil regelmäßig im Bereich von etwa 20 bis über 30 Prozent, wodurch Repowering inzwischen ein strukturell wichtiger Bestandteil des Zubaus ist und nicht mehr nur eine Nischenrolle spielt.In absoluten Zahlen wurden im Rahmen des Repowerings im Jahr 2024 rund 1,2 GW Leistung neu installiert, die ältere Anlagen ersetzten. Diese Entwicklung steht im Kontext eines kontinuierlich wachsenden Altanlagenbestands: Ein erheblicher Teil der deutschen Windenergieanlagen ist bereits über 15 Jahre in Betrieb, viele erreichen nach etwa 20 Jahren das Ende der EEG-Förderung und werden wirtschaftlich unattraktiv für den Weiterbetrieb.Die Studie zeigt zudem, dass beim Repowering typischerweise deutlich weniger Anlagen benötigt werden, um eine wesentlich höhere Leistung zu erzielen. Häufig werden mehrere ältere Windräder durch eine kleinere Anzahl moderner Anlagen ersetzt, wobei die installierte Leistung pro Standort stark steigt. Insgesamt wurden im Zuge des Repowerings tausende Altanlagen schrittweise zurückgebaut und durch effizientere neue Turbinen ersetzt, wobei die genaue Anzahl je nach Jahr und Region stark variiert.Technologisch führt dieser Prozess zu erheblichen Effizienzgewinnen: Moderne Anlagen erreichen ein Vielfaches der Leistung früherer Generationen, sodass sich die Stromerzeugung pro Standort häufig verdrei- bis vervierfachen lässt.Gleichzeitig kann die bestehende Infrastruktur wie Netzanschlüsse, Wege und Flächen weiter genutzt werden, was Kosten reduziert und Genehmigungsprozesse erleichtern kann.Die Studie betont jedoch, dass der weitere Ausbau des Repowerings stark von planerischen und regulatorischen Rahmenbedingungen abhängt. Abstandsregeln, Naturschutzauflagen und regionale Planungsvorgaben können die Nutzung bestehender Standorte einschränken und damit das theoretische Potenzial begrenzen. Insgesamt wird Repowering als entscheidender Hebel bewertet, um die installierte Windleistung in Deutschland effizient zu steigern, ohne zusätzliche Flächen in gleichem Umfang neu erschließen zu müssen.MBI/sir/6.7.2026

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