13.02.2020 - DIW-Studie/Regierung verfehlt mit Kohleausstieg Klimaziele doppelt

Mit den aktuellen deutschen Klimazielen wird die Bundesregierung laut einer neuen Studie die Vorgaben im Pariser Abkommen weit verfehlen. Das geht aus einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hervor, die in Berlin vorgestellt wurde. Dabei seien nicht einmal die im Kohleausstiegsgesetz angestrebten Maßnahmen ausreichend, um die eigenen zu niedrigen Ziele zu erreichen.

Die Experten setzen voraus, dass die Regierung nicht mehr Tempo beim Ökostrom einlegt und auch am aktuellen Zeitplan für die Abschaltungen von Kohlekraftwerken festhält. Unter diesen Annahmen belaufen sich die kumulierten deutschen Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2040 auf 4.234 Millionen Tonnen CO2. Hätte der Bund die Empfehlungen der Kohlekommission eins zu eins umgesetzt, würden in den kommenden zwanzig Jahren 134 Millionen Tonnen weniger ausgestoßen. Nach dem Pariser Klimaabkommen von 2015 läge der Verbrauch bis 2040 sogar um 1.785 Millionen Tonnen niedriger.

Schon 2030 verpasst die Regierung mit den jetzigen Maßnahmen ihr Klimaziel. Statt den im Klimaschutzplan vorgegebenen höchstens 183 Millionen werden nach DIW-Berechnungen rund 200 Millionen Tonnen an Emissionen im kommenden Jahrzehnt verbraucht.

Verfehlt werden demnach ebenso die Ökostromvorgaben. Statt einem anvisierten Anteil von Sonne, Wind und Biomasse von 65 Prozent seien nur 49 Prozent bis 2030 realistisch. Laut dem Pariser Abkommen ist aber eine Quote von 75 Prozent nötig. Das bedeutet laut den DIW-Autoren einen jährlichen Zubau von 9,8 Gigawatt Fotovoltaik und 5,9 Gigawatt Wind an Land.

MBI/DJN/aul/13.2.2020

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