21.01.2021 - Bornhol Energy Island/50Hertz und Energinet planen Offshore-Hub

Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz und sein dänischer Partner Energinet wollen ein gemeinsames Offshore-Hub auf der Ostseeinsel Bornholm anschließen. Das Projekt "Bornholm Energy Island" sieht zunächst 2.000 Megawatt Windenergieleistung für beide Länder vor, teilte das Berliner Unternehmen mit. Dazu haben 50Hertz-Geschäftsführer Stefan Kapferer und Energinet-CEO Thomas Egebo bereits am Mittwoch eine Absichtserklärung unterzeichnet, die entsprechende wirtschaftliche und technische Analysen beinhaltet.

Die Windanlagen auf der dänischen Insel sollen dabei mit den Stromnetzen beider Länder über einen Interkonnektor verbunden werden. 50Hertz, das zur börsennotierten belgischen Holding Elia Group (80 Prozent) und der KfW-Bankengruppe (20 Prozent) gehört, sowie Energinet haben damit bereits Erfahrung: Neben dem Interkonnektor Kontek wurde im Herbst der weltweit erste hybride Interkonnektor "Kriegers Flak - Combined Grid Solution (CGS)" eingeweiht. Nach und nach sollen nun Verbindungen zu weiteren Ostsee-Anrainerstaaten und Offshore-Windparks aufgebaut werden. Kopenhagen plant demnach bis 2030, Windparks etwa 20 Kilometer südwestlich von Bornholm im Meer zu errichten und dann via Seekabel mit dem Offshore-Hub auf der Insel zu verbinden.

50Hertz-CEO Kapferer erklärte, mit dem Projekt gingen beide Seiten nicht nur technologisch voran, "sondern müssen auch - gemeinsam mit der Politik und der Offshore-Windindustrie - neue regulatorische Wege finden zur länderübergreifenden Nutzung und Vergütung des erzeugten Stroms". Aus Sicht von Energinet-Chef Egebo sollten die Staaten nun "die Gangart wechseln vom nationalen Ausbau mit einzelnen Windparks hin zu Energieinseln, die nur als transnationale Projekte zu realisieren sind".

Bereits im September hatten die Ostsee-Anrainerstaaten eine gemeinsame Erklärung zur Kooperation bei Offshore-Projekten unterzeichnet. Daraufhin haben sieben Übertragungsnetzbetreiber im Dezember die "Baltic Offshore Grid Initiative" gegründet. Ziel ist es, ein jährliches Windenergie-Erzeugungspotenzial von rund 93 Gigawatt mit möglicherweise über 300 Terawattstunden pro Jahr zu erschließen. Auch die Regierungen Deutschlands und Dänemarks vereinbarten eine intensivere Kooperation beim Offshore-Ausbau.

MBI/DJN/map/21.1.2021

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