01.10.2025 - Studie von BCG und EcoVadis/Untätigkeit im Klimaschutz kann Unternehmen Milliarden kosten

Das Ignorieren von Emissionen in der Lieferkette (Scope-3) könnte für Unternehmen bis 2030 weltweit Verbindlichkeiten in Höhe von über 500 Milliarden US-Dollar verursachen. Dies geht aus dem Carbon Action Report 2025 von EcoVadis und der Boston Consulting Group (BCG) mit dem Titel "Scope 3: From Unmanaged Risk to Untapped Opportunity” (Von unkontrollierten Risiken zu ungenutzten Chancen) hervor. Diese Warnung kommt zu einer Zeit, in der Unternehmen an zwei Fronten zunehmendem Druck ausgesetzt sind: physischen Risiken aufgrund der direkten Auswirkungen des Klimawandels sowie Übergangsrisiken aufgrund von Veränderungen in Politik, Märkten und Technologie im Zuge des globalen Wandels hin zu einer kohlenstoffarmen Zukunft. Für ein durchschnittliches Unternehmen sind die Scope-3-Emissionen demnach 21-mal höher als die Scope-1- und Scope-2-Emissionen zusammen. Doch nur 24 Prozent der Unternehmen berichten darüber und lediglich 8 Prozent setzen Reduktionsziele. Gleichzeitig kommt der Report zu dem Schluss, dass Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen für die Lieferkette heute einen drei- bis sechsmal höheren Return on Investment (ROI) erzielen könnten, da durch die Vermeidung von Kosten im Zusammenhang mit künftigen CO2-Preisregulierungen Verluste vermieden werden könnten. "Die finanziellen Risiken der Untätigkeit im Klimabereich liegen auf der Hand, aber ebenso offensichtlich sind auch die damit verbundenen Chancen”, sagte Pierre-François Thaler, Mitbegründer und Co-CEO von EcoVadis laut der Mitteilung. "Durch die Reduktion der Scope-3-Emissionen können Unternehmen ihre Rentabilität schützen und gleichzeitig eine resilientere Lieferkette aufbauen. Es ist also jetzt an der Zeit zu handeln. Der effektivste Ansatzpunkt sind die Lieferanten, bei denen ein Großteil der Emissionen entsteht.” Der Report baut auf diesen Erkenntnissen auf und nennt fünf besonders wirkungsvolle Maßnahmen, mit denen Unternehmen vom Bewusstsein zum Handeln übergehen und die Dekarbonisierung ihrer Lieferkette beschleunigen können. 1. Einbindung der Lieferanten: Lieferanten für die Ambitionen und Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen gewinnen und gemeinsam Maßnahmen zur Emissionsreduzierung einleiten.2. Emissionsmessung: Erstellung eines Treibhausgasinventars mit Überwachung aller Betriebsabläufe (einschließlich Daten auf Produktebene als Maßnahme in einer späteren Phase).3. Klimakonformes Managementteam: Einrichtung eines spezielles Managementteams, das die unternehmensweite Agenda für CO2-Reduktion festlegt und verantwortet.4. Klimawandelplan: Definition eines unternehmensweiten Plans für den Übergang zu einem CO2-armen Geschäftsmodell.5. Budget für Emissionsreduzierung: Zuweisung eines speziellen Budgets für die Finanzierung unternehmensweiter Initiativen zur Dekarbonisierung. "In unserer Hoffnung, das Ziel von 1,5 Grad Celsius zu erreichen oder zumindest unter 2,0 Grad zu bleiben, sind die nächsten fünf Jahre entscheidend”, sagte Diana Dimitrova, Geschäftsführerin und Partnerin bei BCG. "Die Scope-3-Emissionen sind 21-mal größer als die Emissionen aus Scope-1 und Scope-2. Dadurch werden die Emissionen der Lieferkette von einer Compliance-Aufgabe zu einem wesentlichen Treiber der finanziellen Performance. Es stehen jährlich Verbindlichkeiten in Höhe von mehr als 500 Milliarden US-Dollar auf dem Spiel, aber entschlossenes Handeln kann Resilienz erzeugen und Renditen freisetzen." Die Kernanalyse des Berichts basiert auf EcoVadis-Daten von mehr als 133.000 CO2-Bewertungen von 83.000 Unternehmen weltweit, die mit statistischen und datengestützten Analysen von BCG kombiniert wurden, um die wirkungsvollsten Treiber der Scope-3-Leistung zu identifizieren.MBI/12/sru

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