23.02.2021 - In Dänemark/CIP startet Offshore-Windkraftanlage für grünes Ammoniak

Das dänische Energieinfrastruktur-Investmentunternehmen Copenhagen Infrastructure Partners (CIP) will die nach eigenen Angaben größte europäische Produktionsanlage für CO2-freies, grünes Ammoniak bauen. Das Endprodukt soll in der Schifffahrt und der Landwirtschaft eingesetzt werden, um Emissionen zu reduzieren. Die Ammoniakproduktion trägt zu etwa 1,4 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen bei. Die Anlage hat die Kapazität, alle importierten Düngemittel in Dänemark zu ersetzen, die mit fossilen Brennstoffen hergestellt werden, heißt es von CIP.

Das Projekt wird in der Stadt Esbjerg an der Westküste Dänemarks angesiedelt sein, wo die "Power-to-X-facility" genannte Anlage Strom aus Offshore-Windturbinen in grünes Ammoniak umwandeln wird. Dieses wird von der Landwirtschaft als CO2-freier Gründünger und von der Schifffahrtsindustrie als CO2-freier grüner Treibstoff verwendet werden. Die überschüssige Wärme wird für die Beheizung von etwa einem Drittel der Haushalte in Esbjerg genutzt. Die Anlage wird aus einer 1 Gigawatt Elektrolyse bestehen. Es wird erwartet, dass dies die CO2-Emissionen um etwa 1,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr reduziert. Das entspräche 730.000 Autos, die dauerhaft von den Straßen entfernt werden.

CIP machte die Ankündigung in Zusammenarbeit mit Marktführern aus der Landwirtschaft und der Schifffahrtsindustrie. "Arla, Danish Crown und DLG sind alle Teil der Kooperation und repräsentieren zusammen einen bedeutenden Teil der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette: Milch-, Fleisch- und Pflanzenproduktion. Zu den Projektunternehmen gehören auch A. P. Moller-Maersk und DFDS, die den Schifffahrtssektor repräsentieren", hieß es von CIP. Das Unternehmen sieht sich als der weltweit größte Fondsmanager im Bereich der Greenfield-Infrastrukturinvestitionen für erneuerbare Energien.

"Mit diesem Projekt unterstützen wir die weitere Entwicklung zur Reduzierung der CO2-Emissionen in der Landwirtschaft und der Schifffahrt in Dänemark durch den Einsatz von CO2-freiem Gründünger und grünem Kraftstoff. Beides sind Branchen, die sich auf eine Reise der Dekarbonisierung begeben. Lösungen wie Power-to-X sind der Schlüssel für diese Industrien, um den nächsten großen Sprung innerhalb der Dekarbonisierung zu machen", sagt Christian Skakkebæk, Senior Partner bei CIP, verantwortlich für den Energy Transition Fund.

Für den Landwirtschaftssektor seien Düngemittel notwendig, um weiterhin ein hohes Produktionsniveau zu halten. Die Schifffahrtsindustrie muss ihre derzeitigen fossilen Brennstoffe durch grüne Alternativen ersetzen.

Zwei der Unterzeichner sind Marktführer innerhalb der Schifffahrtsindustrie. A.P. Moller-Maersk ist ein globales, integriertes Containerlogistikunternehmen und Betreiber der weltweit größten Flotte von Containerschiffen. Henriette Hallberg Thygesen, CEO von Fleet & Strategic Brands, bei der Reederei sieht grünes Ammoniak als eine vielversprechende Option für Schiffskraftstoffe. Ein Dual-Fuel-Motor für Ammoniak ist in der Entwicklung. "Wir sind optimistisch, dass Ammoniak zusammen mit Methanol und Alkohol-Lignin-Mischungen in Zukunft Maersk-Schiffe antreiben wird", sagte sie.

Das internationale Schifffahrts- und Logistikunternehmen DFDS, das zu den größten in der Nordseeregion gehört, ist die zweite Reederei, die die Absichtserklärung unterzeichnet hat. Torben Carlsen, CEO von DFDS, führt die Fähigkeit, die Vision einer nachhaltigen Kraftstoffproduktionsanlage im industriellen Maßstab zu etablieren, auf die Kraft von Partnerschaften zurück. Die Zusammenarbeit von Kraftstoffnutzern und -produzenten mit Wissenschaftlern und der Gesellschaft sei der schnellste Weg, um nachhaltige Kraftstoffe als realistische Alternativen zu den fossilen Kraftstoffen verfügbar zu machen.

MBI/sir/23.2.2021

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