14.01.2021 - CCS-Projekt Gorgon kämpft weiter mit Problemen

Von anhaltenden Problemen bei der Speicherung von CO2 im Untergrund wird das Vorzeigeprojekt Gorgon von Chevron in Australien geplagt. Das Nachrichtenportal Boiling Cold (https://t1p.de/ijbq) berichtet von zunehmenden Treibhausgasemissionen nachdem die Sicherheitsbehörde das Speichern von CO2 eingeschränkt hat, weil Sicherheitsvorkehrungen zur Kontrolle des unterirdischen Drucks nicht funktionieren. Boiling Cold beruft sich dabei auf Dokumente, die durch einen Antrag auf Informationsfreiheit erhalten wurden. Sie zeigen, dass Chevron und seine Hauptpartner Shell und ExxonMobil bis Mitte 2020 zwar 3,1 Milliarden Australische Dollar (2,4 Milliarden US-Dollar) für das Vorzeigeprojekt zur Speicherung von Kohlendioxid ausgegeben haben, es aber noch immer kostspielige Probleme gibt.

Bevor Chevron das CO2-Injektionssystem im August 2019 in Betrieb nehmen konnte, brauchte das Unternehmen die Genehmigung der Sicherheitsbehörde, weil eine seiner Hauptkomponenten nicht funktionierte: Brunnen, die das Wasser aus der unterirdischen Formation befördern, in der das CO2 gespeichert werden soll. Sie seien immer noch nicht in Betrieb, schreibt Boiling Cold.

Gorgon ist das weltweit größte System zur Abscheidung und Speicherung von CO2. Anstatt CO2 zur Steigerung der Ölproduktion in den Untergrund zu injizieren, soll es zur Reduzierung von Treibhausgasen dienen. Die verzögerte Inbetriebnahme war ein Schlag für die Glaubwürdigkeit von CCS, das eine von fünf Technologien ist, auf die die australische Regierung setzt, um Treibhausgasemissionen zu senken.

Das Ministerium für Bergbau, Industrie, Regulierung und Sicherheit (DMIRS) erlaubte Chevron, im August 2019 mit der Injektion von CO2 auch ohne das sogenannte Druckmanagementsystem zu beginnen, sofern es bis Dezember 2019 in Betrieb genommen wird. Im Dezember 2019 gewährte DMIRS eine Verlängerung bis Mai 2020 und zu diesem Meilenstein erhielt Chevron weitere sieben Monate Aufschub bis Dezember 2020. Die letzte Verlängerung für den US-Major endet Juni 2021. Bis dahin muss das Druckmanagementsystem repariert sein. Aber dieses Mal deckelte das Ministerium die Höhe der CO2-Injektion und erhöhte die Berichtsanforderungen.

Chevron rechnet damit, das Druckmanagementsystem vor Mitte 2021 in Betrieb zu nehmen, sagte ein Unternehmenssprecher. Das wäre fast zwei Jahre nach Beginn der CO2-Injektion. "Wir sind zufrieden mit der Leistung und wie sicher und zuverlässig das Injektionssystem arbeitet", sagte der Sprecher dem Nachrichtenportal. Wie jedes Pionierprojekt habe auch das System zur Abscheidung von Kohlenstoff einige Herausforderungen mit sich gebracht. Chevron wolle die in Gorgon gewonnenen Erkenntnisse weitergeben, "um den verstärkten Einsatz und die Kosteneffizienz der Kohlenstoffabscheidung und -speicherung in Australien und weltweit zu unterstützen."

MBI/sir/14.1.2021

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