26.10.2020 - Studie/Alternative Kraftstoffe so effizient wie Elektroantriebe

Laut einer von der Mineralölkonzernen in Auftrag gegebenen Studie ist die Elektromobilität nicht viel klimafreundlicher als CO2-neutrale Kraftstoffe. Die Öko-Effizienz von E-Fahrzeugen betrage tatsächlich nur 13 bis 16 Prozent, heißt es in einer Studie des Beratungsunternehmens Frontier Economics im Auftrag der beiden Mineralöl-Fachverbände MWV und Uniti. Bislang gehen Wissenschaftler von einer Effizienzquote von rund 70 Prozent aus. Eine alleinige Präferenz sei weder zugunsten der Batterieantriebe noch der strombasierten Kraftstoffe "sinnvoll", heißt es in der Studie.



Um zu diesem Ergebnis zu kommen, setzten die Forscher auf den Bau von Ökostromanlagen im globalen Süden und einen Import von Wasserstoff oder alternativen Kraftstoffen nach Deutschland. So liege die Effizenz einer Photovoltaikanlage in Deutschland nur etwa bei 39 Prozent, in Nordafrika bei bis zu 94 Prozent. Laut einer Beispielrechnung erfordert der Betrieb eines Pkw mit synthetischen Kraftstoffen eine Solar-Kapazität von 6 Kilowatt in Nordafrika, ein Batterieauto mit 5,7 Kilowatt fast ebenso viel in Deutschland. Es müssten für Verbrenner also kaum mehr Ökostromanlagen gebaut werden, diese aber an anderen, ertragreicheren Standorten.



Zudem sinkt die Energieeffizienz in Deutschland zusätzlich, sobald zwei weitere Umwandlungsschritte berücksichtigt werden: Wenn Wind und Sonne nicht verfügbar sind, muss der Strom beispielsweise mit Wasserstoff umgewandelt und gespeichert werden - um ihn dann wieder in Gaskraftwerken zu verstromen. Häufig werde auch nicht berücksichtigt, dass Fahrzeuge zusätzlich Energie zur Kühlung oder Heizung des Innenraums benötigen. Damit stellt sich die Mineralölwirtschaft gegen Forderungen von Klimaschützern und Wissenschaftlern, die synthetische Kraftstoffe auf dem Weg zur Klimaneutralität 2050 eher ablehnen.

MBI/dpa/aul/26.10.2020

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