25.03.2020 - Schleswig-Holstein/Nabu kritisiert Pläne zum Windkraftausbau

Der Naturschutzbund Nabu hat die Pläne der Landesregierung Schleswig-Holstein zum Windkraftausbau kritisiert. "Der Naturschutz wurde zu Gunsten der Abstandsregelungen von Windanlagen zu Ortschaften und Gemeinden geopfert", sagte Ingo Ludwichowski, Nabu-Geschäftsführer Schleswig-Holstein, am Mittwoch. Leidtragende seien vor allem Großvogelarten wie Seeadler oder Rotmilane, deren Brutplätze unnötig gefährdet würden. Auch der Vogelzug werde belastet: Windräder versperrten beispielsweise die Flugrouten von Enten und Gänsen.



Derzeit liegt der dritte Entwurf für neue Windkraft-Regionalpläne vor. Die Landesregierung hofft, dass der Landtag die Pläne im Oktober/November 2020 beschließen kann. Damit könnte der derzeitige Genehmigungsstopp für neue Windkraftanlagen aufgehoben werden. Der Nabu kritisierte weiter, bei der geplanten Bebauung sei der Artenschutz nur unzureichend gesichert. Gutachter würden durch die Vorhabenträger beauftragt und seien so wirtschaftlich von ihnen abhängig. So könne es zu Gefälligkeitsgutachten kommen, die den Artenschutz dem Bauvorhaben der Auftraggeber unterordneten.



Statt alleine den Ausbau der Windkraftanlagen zu forcieren, solle mehr Energie gespart werden, empfiehlt Ludwichowski. "Es rutscht aus dem Fokus, dass die Umstellung auf erneuerbare Energien auch die Reduzierung des Energieverbrauchs erfordert", sagte er. Auch die Solarenergie solle mehr ausgebaut werden.

MBI/dpa/aul/25.3.2020

Weitere Plattformen der MBI Infosource