31.07.2020 - Ölpreisumfrage/Analysten heben Prognosen für Brent erneut an

Die von der Nachrichtenagentur Dow Jones befragen Analysten haben im Juli ihre Prognosen für die Ölpreisentwicklung erneut angehoben. Im Median gehen die 17 Teilnehmer der Umfrage für den Brent-Preis im dritten Quartal nun von 40,0 US-Dollar je Barrel aus, nach 37,0 Dollar im Juni. Die Prognose für das vierte Quartal ist auf 42,3 (41,1) Dollar gestiegen. Für das Gesamtjahr 2020 nehmen die Analysten nun einen Preis von 41,4 (40,0) Dollar an, für 2021 gehen sie mit 47,5 (48,59) Dollar allerdings von einem geringeren Preis aus als noch im Vormonat.

Für die US-Sorte WTI liegt die Prognose im Juli bei 38,0 (33,5) Dollar für das dritte Quartal und 38,0 (36,1) Dollar für das Gesamtjahr 2020.

Neben den freiwilligen Produktionseinschränkungen der OPEC+ spielten auch der unerwartet kräftige Rückgang der US-Ölproduktion und die schneller als erwartete Erholung der Nachfrage eine wichtige Rolle bei der deutlichen Preiserholung seit April, so Carsten Fritsch von der Commerzbank. Die sich abzeichnende Markteinengung in der zweiten Jahreshälfte dürfte in den Preisen seiner Einschätzung aber nach bereits berücksichtigt sein. Sollte der WTI-Preis für längere Zeit oberhalb von 40 USD verharren, drohe ein Anstieg der US-Ölproduktion, wodurch der erwartete Marktausgleich erschwert würde. Gleiches gelte im Falle einer zweiten Corona-Infektionswelle mit Blick auf die weitere Nachfrageentwicklung.

Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg geht unterdessen davon aus, dass die Ölnachfrage wieder anzieht und der Markt in der zweiten Jahreshälfte im Defizit sein wird. Die Ölpreise würden daher langsam aber sicher weiter anziehen, so seine Einschätzung.

Für Harry Tchilinguirian von der Bank BNP Paribas ist der Ölmarkt derzeit gefangen zwischen positiven Nachrichten wie den freiwilligen (OPEC+) bzw marktbezogenen (USA) Produktionseinschränkungen auf der einen und Unsicherheit bezüglich der weiteren ökonomischen Entwicklung auf der anderen Seite.

MBI/map/31.7.2020

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