27.07.2021 - Zulieferindustrie/Beschaffung von Halbleitern macht Sorgen

Das Geschäftsklima der deutschen Zulieferer steigt laut Ifo-Institut um weitere 1,4 auf 35,8 Saldenpunkte. Damit wird laut Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie ArGeZ ein neues Allzeithoch markiert. Treibende Kraft für die weiterhin positive Entwicklung ist die aktuelle Geschäftslage der deutschen Zulieferer. Der Saldo von positiven und negativen Beurteilungen verbessert sich um 7,8 Punkte auf den neuen Höchstwert von 55,0. Gleichzeitig zeigen sich die Aussichten für die nächsten sechs Monate auf hohem Niveau gedämpfter als noch im Vormonat. Durch die Abschwächung um 4,2 Saldenpunkte auf einen Wert von 18,0 entfernt sich die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage zunehmend von den Erwartungen.

Insbesondere die Probleme der Automobilhersteller bei der Beschaffung von Halbleitern geben unverändert Grund zur Sorge. Der Branchenverband VDA hat seine Prognose für die deutsche PKW-Produktion im Vormonat abermals nach unten korrigiert. Er geht nur noch von einem Plus von drei Prozent im Vergleich zum sehr schwachen Vorjahr aus. Somit werden auch die deutschen Zulieferer mit einer Abkühlung in der zweiten Jahreshälfte rechnen müssen, prognostiziert die ArGeZ.

Zusätzlich sei zu erwarten, dass sich auch die Folgeschäden der dramatischen Hochwasserkatastrophe in Westdeutschland negativ auf zuliefernde Unternehmen auswirken. "Sind sie direkt betroffen, so sind die Schäden nach ersten Sichtungen zumeist verheerend. Darüber hinaus wird sich die ohnehin bereits angespannte Lage auf den Rohstoffmärkten und im Bereich der Logistik verschärfen und die Wirtschaft insgesamt vor große Herausforderungen stellen", so der Verband.

Der Geschäftsklimaindex Zulieferindustrie wird von der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie ArGeZ in Zusammenarbeit mit dem Ifo-Institut, München, ermittelt. Er beruht auf der Befragung von rund 600 Unternehmen und deckt die in der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie zusammengeschlossenen Branchen Gießerei-Industrie, Aluminiumindustrie, Kunststoffverarbeitung, Stahl- und Metallverarbeitung, NE-Metall-Industrie, Kautschukindustrie sowie Technische Textilien ab.

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