24.03.2020 - Deutsch-französische Kooperation/Neuer E-Standard soll Rechnungsaustausch vereinfachen

Der Austausch elektronischer Rechnungen zwischen Deutschland und Frankreich soll einfacher werden. Wie das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) mitteilte, haben das Forum elektronische Rechnung Deutschland (FeRD) und das französische Nationale Forum für elektronische Rechnungsstellung und öffentliche elektronische Beschaffung einen gemeinsamen E-Rechnungsstandard veröffentlicht. ZUGFeRD 2.1 und Factur-X 1.0 brächten die Digitalisierung in der Wirtschaft voran und machten "Schluss mit der Zettelwirtschaft", sagte Ulrich Nussbaum, Staatssekretär beim BMWi, laut Mitteilung. Der neue Standard orientiere sich eng an den Bedürfnissen insbesondere der mittelständischen Wirtschaft und werde den grenzüberschreitenden elektronischen Rechnungsaustausch mit Frankreich stark vereinfachen, so Nussbaum weiter.

ZUGFeRD 2.1/Factur-X 1.0 ist den weiteren Angaben zufolge ein hybrides elektronisches Rechnungsformat. Es besteht es aus zwei Komponenten, einer PDF- und einer eingebetteten XML-Datei. Die PDF-Datei ist für den Menschen lesbar, die XML-Datei enthält die Rechnungsdaten in strukturierter Form und kann automatisch und maschinell verarbeitet werden. Mit dem Standard können Rechnungen in elektronischer Form zwischen Unternehmen oder zwischen Unternehmen und der öffentlichen Hand ausgetauscht werden.

Nach den Vorgaben der EU-Richtlinie 2014/55 müssen ab dem 27. November 2020 alle Lieferanten und Dienstleister von Bundesbehörden ihre Rechnungen elektronisch ausstellen. Darauf sind jedoch insbesondere kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) eher schlecht vorbereitet: Laut einer Umfrage von Handelsblatt, YouGov und Comarch vom Februar 2020 setzt jedes dritte Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten bereits auf den elektronischen Rechnungsversand, während bei den KMU nur jeder fünfte Betrieb schon so weit ist.

MBI/kri/24.3.2020

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