04.05.2021 - Tiefpunkt überwunden/EU-Schweinepreise notieren stabil bis fester

Der europäische Schlachtschweinemarkt hat sich gefangen und zeigt unterschiedliche Verläufe mit mindestens stabilen bis steigenden Tendenzen. In einigen Ländern legen die Notierungen für Schlachtschweine zu, wie die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) am Dienstag mitteilt. Diese Preisanstiege reichen von einem moderaten bis zu einem deutlichen Plus. Generell bleibt demnach die innergemeinschaftliche Nachfrage bislang durch das kalte Wetter und die Einschränkungen in der Gastronomie und des sozialen Lebens hinter den Erwartungen zurück. Dem steht eine rege Nachfrage Asiens nach europäischen Schweinefleisch entgegen.

Ins Auge sticht laut der Erzeugervereinigung aktuell die Preisentwicklung in Frankreich, wo das Lebendangebot im Verhältnis zur Nachfrage sehr klein ausfällt, so dass die französische Notierung seit Kalenderwoche 8 sukzessive anzieht. Der Preisanstieg in dieser Woche ist in Frankreich mit korrigierten 5 Cent gegenüber der Vorwoche spürbar. Dem Vernehmen nach wurden in den letzten Wochen vermehrt schlachtreife Schweine zur Schlachtung nach Spanien ausgeführt.

Um korrigierte 3 Cent erhöhte das marktführende dänische Schlachtunternehmen Danish Crown die Auszahlungspreise. Es sei eine sehr starke Nachfrage nach dänischem Schweinefleisch zu verzeichnen, so die Begründung. Neben einer starken Nachfrage aus China und anderen Teilen Asiens seien auch gute Verkäufe nach Australien zu verbuchen. Die niederländische Notierung, die in der vergangenen Woche dem Druck aus Deutschland gefolgt war, legt in dieser Woche um 1 Cent zu.

Unveränderte Notierungen werden aus Deutschland, Spanien und Belgien gemeldet. Die spanische Notierung profitierte in der Vergangenheit stark von der enormen Nachfrage Chinas nach Schweinefleisch. Die umfangreichen Schlachtkapazitäten ließen sich daher optimal ausnutzen und führten zu einer regen Nachfrage nach lebenden Schweinen. Die spanische Notierung liegt mit korrigierten 1,92 EUR/kg deutlich vor den europäischen Mitbewerbern. Das Exportvolumen von Schweinefleisch nach China sei trotz zuletzt gesunkener Preise für Schweinefleisch in China sehr hoch. So steht Spanien nicht nur mit anderen europäischen Exporteuren im Wettbewerb, sondern auch zunehmend mit Offerten aus den USA und Brasilien.

In Deutschland und Belgien wurde der Preisverfall gestoppt, die Notierungen behaupteten sich auf dem erreichten Niveau. Beiden Ländern sind nach wie vor wichtige Absatzkanäle für Schweinefleisch wie z.B. China verschlossen. Der italienische Markt ist nachfragebedingt weiterhin schwach.

Die Stimmung am deutschen Schlachtschweinemarkt ist zu Wochenbeginn unverändert, schreibt die ISN. Angebot und Nachfrage seien weiter ausgeglichen. Von einer stabilen Preisentwicklung sei daher aus derzeitiger Sicht auszugehen.

MBI/12/ste/4.5.2021

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