22.10.2020 - Landvolk Niedersachsen/Schweine werden zu schwer für die Schlachtung

Der niedersächsische Bauernverband (Landvolk Niedersachsen) macht erneut auf die aktuell großen Probleme der Schweinehalter aufgrund der Corona-Pandemie und der ersten Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Deutschland aufmerksam. Die Tiere drängten sich in den Ställen und würden zu schwer für die Schlachtung, zitiert der Landvolk-Pressedienst (LPD) den Vorsitzenden des Veredlungsausschusses in dem Verband, Hubertus Berges. Trotz des höheren Gewichts der Tiere erzielten Mäster und Halter keinen besseren Erlös, sondern würden noch preislich erheblich abgestraft, verdeutlichte Berges das Dilemma, das vor allem coronabedingt reduzierten Kapazitäten in den Schlachthöfen geschuldet ist. "Die Nerven liegen blank", beschreibt der Landvolk-Experte die Stimmung in den betroffenen Betrieben.

Zwar habe Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast in den vergangenen Tagen angekündigt, für eine Genehmigung von Sonntags- und Feiertagsarbeit auf den Schlachtbetrieben des Landes zu sorgen, stellt Berges fest. Doch laut LPD sollen nur wenige Schlachthöfe überhaupt einen Antrag auf Genehmigung von Sonntagsarbeit stellen. Bei zwei Betrieben lägen diese nun nach Auskunft des Sozialministeriums vor, berichtet der LPD.

Demnach kämpfen Fleischfirmen mit den Einschränkungen durch Corona und damit einhergehend mit einem spürbaren Personalmangel. Wöchentlich fehlten deutschlandweit immer noch "mindestens 80.000 Schlachtungen", macht Berges deutlich. Er fordert daher für einen Abbau der Überhänge deutlich mehr Kapazitäten. Zudem appelliert das Landvolk dafür, die so genannte Abrechnungsmaske für die Schweine nach oben zu öffnen, "um die zusätzliche Benachteiligung für die Betriebe zu beenden", so Berges.

MBI/12/jc/sru/22.10.2020

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