31.07.2020 - Freihandel mit Vietnam/Abkommen tritt am 1. August in Kraft

Für EU-Unternehmen bieten sich neue Chancen im Handel mit Vietnam. Mit Beginn des Augusts tritt das im Juni 2019 unterzeichnete bilaterale Freihandelsabkommen in Kraft. Ein zweites Abkommen für Investitionsschutz muss zunächst von den nationalen Parlamenten der Mitgliedstaaten ratifiziert werden.

Die Handelsvereinbarungen sehen außer dem Abbau nichttarifärer Handelshürden etwa im Automobilsektor den Wegfall fast aller Zölle vor. Vietnam wird mit Inkrafttreten des Abkommens 65 Prozent seiner Importzölle auf EU-Erzeugnisse wie Pharmazeutika, Chemikalien oder Maschinen abschaffen. Die verbleibenden Zölle werden schrittweise über einen Zeitraum von zehn Jahren abgebaut. Für Agrar- und Lebensmittelprodukte wie Rindfleisch oder Oliven werden die Zölle in drei Jahren aufgehoben, für Milchprodukte, Obst und Gemüse in spätestens fünf Jahren. Die EU gewährt vom ersten Tag an 71 Prozent der vietnamesischen Exporte zollfreien Marktzugang und baut die anderen Zölle innerhalb von sieben Jahren ab. Das Abkommen zum Freihandel enthält zudem Regelungen zum Schutz geografischer Angaben von 169 Nahrungsmitteln und Getränken sowie zu öffentlichen Ausschreibungen, zum Umweltschutz, zum Klimaschutz und zu arbeitsrechtlichen Standards.

Vietnam ist nach Singapur der zweitgrößte Handelspartner der EU im Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN). Der Wert des Warenhandels wird für 2019 auf rund 45,5 Milliarden Euro beziffert und der für Dienstleistungen auf etwa 4 Milliarden Euro. Die EU exportiert vor allem Maschinen und Verkehrsausrüstung, Flugzeuge, Autos und Pharmaerzeugnisse nach Vietnam. Wichtigste Einfuhren aus Vietnam in die EU sind elektronische Erzeugnisse, Kleidung und Schuhe, Kaffee, Reis, Meeresfrüchte und Möbel.

MBI/ang/ste/31.7.2020

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