10.06.2021 - FAO/Lebensmittelimporte 2021 so teuer wie noch nie

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, FAO, erwartet, dass die Kosten für die weltweiten Lebensmittelimporte in diesem Jahr um 12 Prozent steigen und einen Rekordwert erreichen. Das sei auf die steigenden Rohstoffpreise und die robuste Nachfrage während der Covid-19-Krise zurückzuführen ist, schreibt die UN-Behörde in ihrem halbjährlichen Ausblick für den Lebensmittelmarkt. Die weltweiten Kosten für Lebensmittelimporte, einschließlich der Transportkosten, werden demnach in diesem Jahr voraussichtlich 1,715 Billionen US-Dollar erreichen, nach 1,530 Billionen US-Dollar im Jahr 2020.

Das Wachstum des Agrarhandels während der Pandemie habe gezeigt, wie konstant der Lebensmittelkonsum sei und wie widerstandsfähig die internationalen Märkte seien. Aber der Preisanstieg seit Ende 2020 habe die Risiken für ärmere, importabhängige Länder erhöht, so die FAO. Der monatliche FAO-Preisindex für Nahrungsmittel hatte wie berichtet im Mai ein Zehn-Jahres-Hoch erreicht, was auf starke Preissteigerungen bei Getreide, Pflanzenöl und Zucker zurückzuführen war.

Ein separater Index für die Werte von Lebensmittelimporten, einschließlich der Frachtkosten, ist laut FAO ebenfalls gestiegen. Er habe im März dieses Jahres einen Rekordwert erreicht und damit die Niveaus früherer Preissteigerungen bei Lebensmitteln in den Jahren 2006-2008 und 2010-2012 übertroffen.

Ein starker Anstieg der Importvolumina von Grundnahrungsmitteln hatte im vergangenen Jahr bereits die globalen Importkosten um 3 Prozent auf einen Rekordwert steigen lassen. Ausnahmen seien Getränke und Fischprodukte gewesen, die empfindlicher auf wirtschaftliche Bedingungen reagierten und bei denen die Nachfrage durch Schwierigkeiten in der Lieferkette gedämpft worden sei, so die FAO.

Chinas Importe waren im vergangenen Jahr eine treibende Kraft für die zunehmende Nachfrage nach Agrarprodukten und die steigenden Preise. Dies spiegele zum Teil Pekings Bemühungen, die chinesische Schweinebranche nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest wieder aufzubauen.

Chinas Maisimporte sollen in der kommenden Saison 2021/22 auf 24 Millionen Tonnen steigen, womit die Volksrepublik der weltweit größte Maisimporteur bleibt. In der laufenden Saison 2020/21 würden sich die Maisimporte bereits vervierfachen auf 22 Mio t, prognostiziert die FAO.

Es sei zudem zu erwarten, dass eine Erholung der chinesischen Schweinefleischproduktion den globalen Handel in diesem Segment reduziert und das Wachstum bei Rindfleisch und Geflügel kompensiert, sodass der gesamte Fleischhandel in diesem Jahr voraussichtlich stabil bleibe, so die FAO.

MBI/12/sru/ssc/10.6.2021

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

Sie möchten keine Neuigkeiten mehr verpassen, zu unseren Veranstaltungen oder Informationsdienstleistungen?

Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an und wählen Sie die für Sie relevanten Branchen:

  • Stahl
  • NE-Metalle
  • Energie
  • Agrar | Ernährung
  • Kunststoffe
  • Einkauf
  • Europa | Außenhandel | Zoll
  • E-Mobility | H2-Mobility

Weitere Plattformen der MBI Infosource