14.09.2021 - Deutsche Umwelthilfe/EU-Parlament soll Missbrauch von Reserve-Antibiotika in Tierhaltung stoppen

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat das EU-Parlament erneut aufgefordert, den "Missbrauch von Reserve-Antibiotika in Tierfabriken" zu stoppen. Hierbei verwies die Organisation auf eine Studie aus den Niederlanden, der zufolge knapp 19 Prozent der bei Menschen festgestellten Resistenzen gegen bestimmte Antibiotika oder sogar Reserve-Antibiotika von Lebensmitteln stammen sollen, allen voran von Fleisch. Deshalb rief die DUH das EU-Parlament dazu auf, in dieser Woche die Medikation ganzer Gruppen von zehntausenden Tieren mit für den Menschen überlebenswichtigen Reserve-Antibiotika zu beenden. Zu diesem Zweck soll die Mehrheit der EU-Politiker einen Einspruch des Umweltausschusses unterstützen und so eine neue Formulierung des EU-Tierarzneimittel-Rechtes ermöglichen.

Das EU-Parlament müsse die Mahnung der Bundesärztekammer und anderer Humanmediziner ebenso wie wissenschaftliche Erkenntnisse ernst nehmen und entsprechend handeln, verlangt die DUH. Denn jede fünfte Multiresistenz gegen bestimmte Reserve-Antibiotika bei Menschen stamme von Lebensmitteln und dabei vor allem von Fleisch, erklärte die Agrarexpertin der Organisation, Reinhild Benning. Diese tödliche Gefahr für Patienten zu bannen, gelinge nur, wenn das Parlament der Änderung des Rechtstextes zustimme, machte Benning deutlich. Sie wiederholte die DUH-Position, dass Reserve-Antibiotika im Futter oder als Wasser-Zusatz bei ganzen Tiergruppen, die der Lebensmittelerzeugung dienen, unterbunden gehören. Einzeltierbehandlungen hingegen sollen demnach erlaubt bleiben.

MBI/jc/ste/14.9.2021

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