14.01.2020 - Vierter BMU-Agrarkongress: Schulze wirbt für "echten" Dialog mit Landwirtschaft

Angesichts der zunehmend polarisierten Debatte zu Landwirtschaftsthemen wirbt Bundesministerin Svenja Schulze dafür, dass Landwirtschaft und Umwelt in einen echten Dialog miteinander treten. Vor rund 300 Vertretern aus Landwirtschaft, Umweltschutz, Wissenschaft und Zivilgesellschaft hat Schulze an diesem Dienstag den BMU-Agrarkongress eröffnet. Die Veranstaltung steht in diesem Jahr unter der Überschrift "Umwelt und Landwirtschaft im Dialog: Für einen Green Deal in der Agrarpolitik".

"Angesichts der politisch aufgeheizten Debatte brauchen wir jetzt einen echten und ehrlichen Dialog zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz. Dialog heißt für mich: miteinander reden, nicht übereinander, faktenbasiert und wertschätzend", sagte Schulze laut einer Mitteilung ihres Ministeriums. Mit den BMU-Agrarkongressen anlässlich der Grünen Woche habe das BMU immer schon den intensiven, fairen Dialog und konstruktiven Austausch mit der Landwirtschaft gesucht. "Das wollen wir heute fortsetzen und alle Betroffenen einbeziehen. Denn es geht um nichts weniger als die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft."

Zur Diskussion eingeladen waren Vertreter der Landwirtschaftsbewegung "Land schafft Verbindung", von Agrarbetrieben, aus dem Naturschutz, der Agrarforschung, von Wasserversorgern sowie aus der Bundes- und Landespolitik, darunter auch des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Die Ministerin zeigte Verständnis für den Unmut vieler Landwirte. Viele von ihnen stünden mit dem Rücken an der Wand. "Deshalb müssen wir raus aus der Sackgasse niedriger Preise und einer verfehlten Agrarpolitik. Wir brauchen faire Preise für gute Produkte. Wir brauchen eine Agrarpolitik, die die Umweltbelastungen, die die Landwirtschaft verursacht, ehrlich benennt und diese abstellt. Sei es bei der Nährstoffbelastung des Grundwassers, beim Einsatz von Pestiziden wie Glyphosat oder beim Insektenschutz," forderte Schulze. Die beachtliche Gesamtsumme der EU-Förderung sei berechtigt, eine nachhaltige, umweltschonende Landwirtschaft sei dieses Geld wert. Die bisherigen Vorschläge aus Brüssel blieben mit Blick auf eine umweltgerechte Landwirtschaft jedoch noch hinter den Erwartungen zurück.

MBI/12/sru/ste/14.1.2020

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