21.07.2021 - USA/Gesetzentwurf will Beimischung von Ethanol kippen

Eine parteiübergreifende Gruppe von US-Senatoren hat offenbar einen Gesetzesentwurf eingebracht, mit dem das nationale Mandat zur Ethanolbeimischung in Kraftstoffe gekippt werden soll. Sollte die verpflichtende Beimischung von Bio-Treibstoffen auf Maisbasis fallen, wäre dies ein harter Schlag für die US-Maiserzeuger. Daher sei laut Reuters mit heftigem Widerstand vonseiten der US-Agrarlobby gegen den Gesetzesentwurf zu rechnen.

Der republikanische Senator Pat Toomey aus Pennsylvania und der demokratische Senator Bob Menendez aus New Jersey gehören demnach beide zu der Gruppe von Senatoren, die den Entwurf eingebracht haben. Die beiden vertreten US-Bundesstaaten mit bedeutenden Ölraffinerien und postulieren, dass die teure Beimischungspflicht Arbeitsplätze in den Raffinerien gefährde. Zudem werde der Gesetzesentwurf dazu beitragen, die Kohlenstoffemissionen von Transportkraftstoffen zu reduzieren, indem die Mengenanforderungen für Mais-basiertes Ethanol aufgehoben werden. Gleichzeitig sollten die Verpflichtungen für andere Biokraftstoffe und Biodiesel bestehen bleiben.

Gesetzgeber aus beiden Staaten haben die Administration von US-Präsident Joe Biden gedrängt, Raffinerien von ihren Verpflichtungen unter dem U.S. Renewable Fuel Standard (RFS) zu befreien. Dieser war erlassen worden, um den Markt für erneuerbare Kraftstoffe in den USA zu erweitern und die Energieunabhängigkeit zu fördern.

Laut dem RFS müssen Raffinerien jedes Jahr etwa 15 Milliarden Gallonen Ethanol in ihren Treibstoff mischen - was einen enormen Absatzmarkt für die Maisindustrie bedeutet -, zusammen mit Milliarden Gallonen anderer Arten von Biokraftstoffen. Laut der Energieinformationsbehörde hängt die Auswirkung von Ethanol auf die Kohlendioxid-Emissionen aber davon ab, wie es hergestellt wird und ob indirekte Auswirkungen auf die Landnutzung berechnet werden.

Der Advanced Biofuels Business Council hat sich bereits gegen den Gesetzentwurf ausgesprochen. "Dieser Vorschlag bringt keinen Nutzen für fortschrittliche Biokraftstoffe, und wir schätzen es nicht, dass er dazu benutzt wird, eine Top-Priorität für eine Handvoll der schmutzigsten Ölraffinerien des Landes grün zu waschen", sagte Brooke Coleman, die Geschäftsführerin des Rates.

MBI/11/ste/ssc/21.7.2021

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