23.10.2020 - Steigende Preise in Südamerika/Maisimporteure in Vietnam müssen nach Alternativen suchen

Steigende Maispreise in den wichtigsten südamerikanischen Exportregionen zwingen die vietnamesischen Käufer, sich nach Alternativen umzusehen. Das könnte auch bedeuten, dass Vietnam den Markt wieder für US-Exporteure öffnet, wie Agricensus berichtet. Das Land ist einer der größten Maisimporteure der Welt - das USDA erwartet für das Wirtschaftsjahr 2020/21 vietnamesische Maisimporte in Höhe von 12 Millionen Tonnen. "Ich habe gehört, dass Maishändler sich bereits nach alternativen Destinationen umsehen, wie Südafrika oder den USA", sagte ein Händler. "Die vietnamesischen Käufer bevorzugen aber südamerikanische Ware."

Argentinien ist die beliebteste Destination, zuletzt kamen etwa 71 Prozent der Maisimporte nach Vietnam aus dem Land. 2019 waren es 7,5 Mio t, während 4 Mio t aus Brasilien kamen. Nun steigen die Prämien in Argentinien aber rasant und Alternativen müssen her.

Zwischen dem 14. Oktober und dem 14. November sollen 403.842 t Mais aus Argentinien nach Vietnam kommen. Seit Jahresanfang belaufen sich die Einfuhren aus dem südamerikanischen Land auf bislang 6,2 Mio t.

In diesem Jahr müssen sich die südamerikanischen Lieferanten den vietnamesischen Markt mit Russland, den USA und der Ukraine teilen. Diese drei Länder haben bisher moderate Mengen nach Vietnam geliefert: 441.784 t kamen aus Russland, 222.433 t aus den USA und 66.090 t aus der Ukraine.

Ein reges Exportgeschehen hat die Vorräte in Argentinien und Brasilien jetzt aber knapp werden lassen. Beide Länder haben außerdem Probleme mit Währungsschwankungen, Verzögerungen bei der Aussaat, einer steigenden inländischen Nachfrage und Wetterkapriolen. Entsprechend steigen die Preise. "Am Ende ist es eine Preisfrage. Man kann immer Ware bekommen, wenn man bereit ist, einen höheren Preis zu zahlen", sagte ein weiterer Händler. Die Qualität der südamerikanischen Ware sei auf jeden Fall besser, zum Beispiel im Hinblick auf den Feuchtigkeitsgehalt.

Laut Agricensus lag der Preis für APM-13-Mais CIF Vietnam am vergangenen Mittwoch bei 249,75 US-Dollar je Tonne. Das ist das höchste Niveau, seit Agricensus im Juni 2019 mit den Aufzeichnungen begonnen hat. Der Kassamarktpreis für südamerikanischen Mais CIF Vietnam zur Lieferung im Dezember lag bei 270 USD/t und bei 269 USD/t für Januar. Weltweite Offerten lagen bei 253 USD/t CIF Vietnam für Dezember und 228 USD/t für März.

MBI/12/map/sru/23.10.2020

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