20.11.2020 - Prämien geben nach/Brasilen lässt Sojaölimporte für Biodiesel zu

Die Prämie für brasilianisches Sojaöl gegenüber argentinischem Sojaöl hat sich in Luft aufgelöst, nachdem die brasilianische Regierung Sojaölimporte für die heimische Biodieselproduktion zugelassen hatte. Zuvor war brasilianisches Sojaöl zu argentinischem mit einem Aufschlag von bis zu 40 US-Dollar je Tonne gehandelt worden, wie Agricensus berichtete, da sich das Angebot angesichts des hohen brasilianischen Exporttempos zunehmend verknappt hatte.

Nun hat die brasilianische Regierung einen Richtungswechsel vorgenommen und Sojaölimporte auch für die Biodieselherstellung genehmigt. Vorher waren Sojaölimporte dem brasilianischen Lebensmittelsektor vorbehalten gewesen. Nach Ankündigung der Importfreigabe für Biodiesel ist die Prämie für Sojaöl zwischenzeitlich in negatives Terrain gerutscht, auf minus 2 USD/t.

Es wird erwartet, dass argentinische Crusher in diesem Kalenderjahr ca. 38 Millionen Tonnen Sojabohnen verarbeiten werden, was einem Rückgang von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Folglich sind auch die argentinischen Sojaölmengen begrenzt.

Gleichzeitig hat es in den vergangenen zwei Wochen am Weltmarkt einen erneuten Nachfrageschub nach Sojaöl gegeben, als die Sojaöl-Futures am CBOT über ein Sechs-Jahreshoch kletterten, was eine "Panik" unter den indischen Pflanzenölimporteuren auslöste. Indien - der weltweit größte Käufer von Pflanzenöl - hat begonnen, sich wegen der hohen Palmölpreise stärker auf Sojaöl zu fokussieren. Aufgrund des Angebotsmangels in Südostasien wird Palmöl in der Nähe von Acht-Jahreshöchstständen gehandelt und treibt potenzielle Käufer folglich in Richtung Sojaöl.

MBI/11/ssc/sru/20.11.2020

Weitere Plattformen der MBI Infosource