07.07.2026 - Ölsaatenindustrie warnt/High-iLUC-Einstufung gefährdet EU-Proteinplan
Der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) hat den jetzt von EU-Agrarkommissar Christophe Hansen vorgestellten EU-Proteinplan (Aktionsplan für Resilienz, strategische Autonomie und Nachhaltigkeit des EU-Proteinsystems) begrüßt. Europa brauche viel Protein und habe zu wenig, sagte OVID-Präsidentin Jaana Kleinschmit von Lengefeldt. Insofern sei es positiv, dass sich die EU diesem Problem zuwende. Sie kritisierte allerdings zugleich eine fundamentale Widersprüchlichkeit der tatsächlichen Politik der EU-Kommission: Die Brüsseler Behörde verfolge trotz massiver Kritik seit Monaten das Ziel, Soja per delegiertem Rechtsakt pauschal als klimaschädlichen Rohstoff mit hohem Risiko einer indirekten Landnutzungsänderungen ("High iLUC Risk"-Rohstoff) einzustufen. Damit würde der europäische Anbau dieser wichtigen Proteinpflanze faktisch aus dem Markt gedrängt. Das passe nicht mit dem Proteinplan zusammen, betonte die OVID-Chefin. Vor dem Hintergrund, dass über das Vorhaben der EU-Kommission am Mittwoch dieser Woche in der letzten Plenarsitzung des EU-Parlaments vor der Sommerpause abgestimmt werden soll, appellierte die OVID-Präsidentin an alle Abgeordneten, dem geplanten Rechtsakt entgegenzutreten. Käme die Kommission mit dem Rechtsakt gegen Soja durch, wäre dies ein krasser Rückschritt für die europäische Proteinversorgung. Anstatt den im Aufbau befindlichen nachhaltigen Sojaanbau in Europa zu stärken, müsse die EU dann künftig reines Sojaschrot aus Drittstaaten importieren. Die gesamte Sojawertschöpfungskette massiv zu schwächen, stehe im deutlichen Widerspruch zu dem aktuellen Proteinplan und stürze die heimische Lebensmittelversorgung in neue Abhängigkeiten.MBI/12/jc/ssc/7.7.2026
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