20.10.2020 - MARS/Winterweizenerträge über dem Durchschnitt in Russland

Die Auswirkungen der Trockenheit im Frühjahr in Russland dürften geringer ausfallen, als bisher von vielen Marktteilnehmern angenommen. Der Prognosedienst der EU-Kommission, MARS, geht davon aus, dass die Wintergetreide-Erträge 2020 trotz mangelnder Niederschläge über dem Vorjahreswert bzw. über dem Fünf-Jahres-Durchschnitt liegen. Hohe Temperaturen und Trockenheit haben laut MARS vor allem im Süden und in Teilen des Westens Schäden verursacht. Gleichzeitig seien in zentralen Gebieten Russlands sowie entlang der Wolga insgesamt gute Bedingungen zu beobachten gewesen. Die Winterweizenerträge für das gesamte Land schätzt MARS auf 3,72 Tonnen je Hektar, was einem Plus von 3,0 Prozent gegenüber dem Fünf-Jahres-Schnitt sowie einem Plus von 9,5 Prozent gegenüber 2019 entspricht. Die Wintergerstenerträge sehen die Experten bei 4,20 t/ha (plus 2,1 Prozent gegenüber dem Fünf-Jahres-Schnitt, plus 1,4 Prozent gegenüber 2019).

In Kasachstan dürften die Winterweizenerträge mit 1,91 t/ha allerdings niedriger ausfallen als das fünfjährige Mittel (minus 0,9 Prozent) und auch niedriger als 2019 (minus 2,2 Prozent). Ungünstige Wetterbedingungen hätten auch die Sommerweizen-Erträge sinken lassen, zumindest gegenüber dem Fünf-Jahres-Schnitt (minus 8,5 Prozent). Mit 1,05 t/ha dürften die Erträge aber noch immer um 8,3 Prozent höher liegen als im Vorjahr. Die Aussaat sei zwar zu einem optimalen Zeitpunkt abgeschlossen worden, in einigen Regionen hätten die hohen Temperaturen die Pflanzen aber zu einem ungünstigen Zeitpunkt erwischt. Hinzu sei ein Regenmangel gekommen. Gute Bedingungen in der Region Akomolinskaya hätten den Rückgang der durchschnittlichen Erträge zunächst etwas ausgeglichen. Allerdings hätten ausgiebige Regenfälle im August und September die Ernten verzögert und womöglich auch die Erträge sinken lassen.

MBI/12/map/sru/20.10.2020

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