13.02.2020 - Höhere Ethanolproduktion: Weltgrößte Zuckerrohrfabrik will auch Mais verwenden

Die weltweit größte Anlage zur Verarbeitung von Zuckerrohr, Sao Martinho in Pradopolis im brasilianischen Bundesstaat Sao Paulo, erwägt den Einsatz von Mais als zweite Rohstoffquelle, um die Ethanolproduktion zu steigern. Entsprechende Investitionen würden derzeit geprüft, erklärte die Betreibergesellschaft laut Reuters.

"Es handelt sich um ein Projekt, das derzeit evaluiert wird. Die Logistik ist ein wichtiges Thema, da wir Mais aus dem zentralen Westen [Brasiliens] anliefern lassen müssten", sagte Felipe Vicchiato, der Finanzchef von Sao Martinho, bei einer Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht getroffen worden. Sao Martinho baut bereits eine Zusatzanlage zur Herstellung von Ethanol aus Mais im Werk Boa Vista in Quirinopolis im Bundesstaat Goias.

Mehrere brasilianische Zucker- und Ethanolfabriken, die Zucker aus Zuckerrohr produzieren, erweitern demnach ihre Anlagen, um Ethanol auch aus Mais herstellen zu können. Dieses Modell wird als profitabel angesehen, da die Anlagen die Zuckerrohrabfälle als Energiequelle nutzen, um den Mais zu verarbeiten. Zudem ließe sich so die Produktionsperiode auf ein ganzes Jahr ausdehnen. Derzeit sind die Anlagen nur während der Zuckerrohrernte von April bis Dezember in Betrieb.

Brasilien erlebt aktuell einen Boom bei den Investitionen in Ethanol auf Maisbasis. Die meisten Projekte werden in den Bundesstaaten im zentralen Westen umgesetzt, wozu auch die großen Maisproduzenten Mato Grosso und Goias zählen. Einige Analysten hatten indes noch die Variante vorgeschlagen, Mais-Ethanol auch in Sao Paulo zu produzieren, wo sich Brasiliens wichtigster Zuckerrohrgürtel befindet. Denn eine Menge Mais, der im zentraler gelegenen Mato Grosso produziert wird, durchquert in der Regel den Bundesstaat Sao Paulo auf dem Weg zum Exporthafen Santos.

MBI/11/sru/13.2.2020

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