14.09.2021 - Ex- und Importe gesunken/Geringerer Außenhandel mit Biodiesel zu erwarten

Für 2021 zeichnet sich ein geringerer deutscher Außenhandel mit Biodiesel ab. Bereits in der ersten Jahreshälfte verringerten sich die Exporte um 18 Prozent, die Importe sogar um 43 Prozent, wie die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop) mitteilte. Die Bilanz weise einen Exportüberschuss von 503.460 Tonnen aus, dieser falle zum Vorjahr um 31 Prozent höher aus. Während die Ausfuhren das langjährige Mittel (923.200 t) überstiegen, schrumpften die Importe unter den Durchschnitt (559.000 t).

Deutschland exportierte im ersten Halbjahr 2021 laut Statistischem Bundesamt rund 933.117 t Biodiesel, demgegenüber belief sich der Import auf 429.657 t. Wichtigster Handelspartner seien mit 42 bzw. 36 Prozent am Gesamtexport bzw. -import nach wie vor die Niederlande als wichtigster EU-Marktplatz für den Biodieselhandel. Allerdings sei der Import um 60 Prozent deutlich zurückgegangen. Nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) kamen darüber hinaus größere Importmengen aus Belgien, Malaysia und Polen, die allerdings ebenfalls alle geringer ausfielen als im Vorjahreszeitraum. Bei den Importen dominiere das Angebot aus anderen EU-Ländern (84 Prozent); wichtigstes Drittland sei Malaysia, das allerdings mit nur knapp 65.000 t erneut auf Platz 3 der Lieferländer stehe.

Unter den Empfängerländern für deutschen Biodiesel dominieren demnach mit den Niederlanden, Polen und Belgien ebenfalls EU-Länder (88 Prozent). Wichtigstes Drittland seien die USA, die in der ersten Hälfte 2021 mit knapp 71.000 t den vierten Platz hielten, obgleich die Liefermenge gegenüber Vorjahreszeitraum um 30 Prozent zurückgegangen sei.

Die Ufop weist darauf hin, dass in dieser Statistik ausschließlich Biodiesel berücksichtigt wurde. Paraffinische Kraftstoffe wie Hydriertes Pflanzenöl (HVO) würden nicht ausgewiesen. Angesichts des inzwischen in Europa erreichten Verbrauchniveaus von ca. 3,6 Millionen Tonnen und einer zukünftig steigenden Bedeutung zur Erfüllung der Treibhausgas-Quoten in allen Mitgliedstaaten unterstreicht der Verband den dringenden Handlungsbedarf zur Anpassung der amtlichen Statistiken - national wie europäisch. HVO müsse gesondert ausgewiesen werden.

Für die gesonderte Erfassung spreche die Tatsache, dass HVO mit einer gesonderten Kraftstoffspezifikation produziert und getrennt von Biodiesel gehandelt werde. HVO könne im Vergleich zu Biodiesel (max. 7 Prozent) bis zu einem Anteil von 26 Prozent fossilem Dieselkraftstoff beigemischt werden, betont die Ufop. Die von Bund und Ländern initiierte Förderung von synthetischen Kraftstoffen (E-Fuels) und inzwischen erteilten Freigaben von Fahrzeugherstellern für den Reinkraftstoffbetrieb seien weitere Gründe für eine gesonderte statistische Erfassung paraffinischer Kraftstoffe. Die Förderunion weist darauf hin, dass die verbrauchten HVO-Mengen in Deutschland erst mit der Veröffentlichung des Evaluations- und Erfahrungsberichtes der Bundesanstalt für Landwirtschaft (BLE) zum Jahresende ausgewiesen würden.

MBI/12/sru/ste/14.9.2021

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