23.02.2021 - Deutschland/Biodieselausfuhren auf neuem Höchststand

Deutschland hat im Kalenderjahr 2020 so viel Biodiesel aus- und eingeführt wie noch nie. Mit einem Ausfuhrvolumen von etwa 2,33 Millionen Tonnen und einem Exportüberschuss von etwa 0,9 Millionen Tonnen unterstreicht Deutschland seine Bedeutung für die Produktion und Vermarktung von Biodiesel in der Europäischen Union, wie die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop) unter Verweis auf aktuelle amtliche Statistiken feststellt. Insgesamt wurden demnach ca. 1,45 Mio t Biodiesel importiert. Die Niederlande seien erneut das mit Abstand wichtigste Empfänger- und Exportland.

Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) kamen darüber hinaus größere Importmengen aus Belgien, Malaysia und Polen. Besonders auffällig sei der Importzuwachs aus Frankreich, das mit rund 74.000 t gut dreimal mehr Biodiesel in den deutschen Markt geliefert habe als im Vorjahr. Während aus den Niederlanden mit 700.000 t etwa 2 Prozent weniger gekommen seien, habe Malaysia mit 139.000 t rund 9 Prozent weniger geliefert.

Deutschland lieferte den weiteren Angaben nach im Jahr 2020 die Rekordmenge von 955.000 t Biodiesel in die Niederlande. Das entspreche einer Steigerung von knapp 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Lieferungen nach Belgien machten 2020 einen Anteil von 15 Prozent an den Gesamtausfuhren aus. Das Land habe rund 356.000 t eingeführt und damit rund 35 Prozent mehr als im Vorjahr.

In diesem Zusammenhang weist die Ufop auf einen dringenden Handlungsbedarf zur Anpassung der in den amtlichen Statistiken veröffentlichten Angaben hin. Infolge der zunehmenden Bedeutung von hydriertem Pflanzenöl (HVO) müssten Biodiesel und HVO getrennt erfasst und ausgewiesen werden, um eine bessere Markttransparenz zu ermöglichen. Die Förderunion begründet die Forderung mit dem Hinweis, dass es sich hier um unterschiedliche Kraftstoffe mit einer jeweils spezifischen Kraftstoffnorm handele.

Welche Mengen an Biodiesel und HVO - differenziert nach Rohstoffarten und -herkünften - im Jahr 2020 tatsächlich auf die Treibhausgasquote von 6 Prozent angerechnet wurden, werde der nächste Evaluations- und Erfahrungsbericht der Bundesanstalt für Landwirtschaft (BLE) zeigen, hieß es weiter. Den Bericht erwartet die Ufop Ende Oktober 2021.

MBI/12/sru/ssc/23.2.2021

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