29.06.2020 - Genussmittel und Getränke - Landvolk-Pressedienst/Bauern profitieren nicht von gutem Zuckermarkt

Die deutschen Zuckerrübenerzeuger beklagen neben den schwierigen Witterungsbedingungen auch die Tatsache, dass ihnen immer weniger Pflanzenschutzmittel zur Verfügung stehen. Dies habe ein "Resistenzmanagement" im Pflanzenschutz zur Folge, erklärte der Vorsitzende im Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ), Helmut Bleckwenn, gegenüber dem Landvolk-Pressedienst (LPD). Als unbegreiflich schildert er die Tatsache, dass in anderen Rübenerzeugerländern deutlich mehr chemische Pflanzenschutzmittel erlaubt sind.

Die Zeichen an den globalen Märkten deuten eigentlich auf eine Erholung der Preise hin. Denn die Zuckererzeugung gehe weiter zurück und der Zuckerverbrauch übersteige erstmals seit einigen Jahren wieder die Erzeugung, erläutert Bleckwenn. Doch die Erzeuger in Deutschland profitieren nicht von diesem Trend, vielmehr veranlassen steigende Kosten und Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU sowie gegenüber der globalen Konkurrenz viele Rübenbauern zum Ausstieg, wie der DNZ-Experte beklagt. Deutschlandweit habe in den vergangenen zehn Jahren jeder fünfte Rübenanbauer aufgegeben, verdeutlich Bleckwenn den Trend.

Wie der LPD berichtet, sind die Zuckerrüben in diesem Jahr mit Problemen in die Vegetationszeit gestartet. Ihnen machten demnach - wie allen anderen landwirtschaftlichen Kulturen - Trockenheit, Spätfröste und intensiver Sonnenschein zu schaffen. Die Folge sei in diesem Jahr stellenweise das Phänomen der Etagenrüben, stellte der DNZ-Vorsitzende jetzt fest. Bleckwenn erklärt die unterschiedlich gut entwickelten Rübenetagen mit kleinräumigen Wachstumsbedingungen. Demnach fanden auf diesen Feldern einige Rüben in der Frühjahrstrockenheit schneller Anschluss an das Bodenwasser und wuchsen den Nachbarrüben davon.

MBI/12/jc/ssc/29.6.2020

Weitere Plattformen der MBI Infosource