13.01.2020 - Genussmittel und Getränke - FDP: Deutscher Wein wird zum Kollateralschaden der Agrarpolitik

Dem Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) liegen wenige Kenntnisse über die Auswirkungen des geplanten Agrarpakets auf die Wettbewerbsfähigkeit des Weinbaus in Deutschland vor. Das räumte jüngst die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleinen Anfrage der weinbaupolitischen Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Carina Konrad, ein. Demnach ist weder bekannt, wie hoch der Anteil weinbaulich bewirtschafteter Flächen in Schutzgebieten ist, noch, wie sich dieser Anteil verändert hat. Das veranlasste Konrad, zugleich stellvertretende Vorsitzende des Agrarausschusses im Bundestag, zu deutlicher Kritik an der Politik des BMEL: Der deutsche Wein drohe zum "Kollateralschaden" der Agrarpolitik von Bundesministerin Julia Klöckner zu werden, erklärte die Agrarpolitikern.

Konrad hob dazu hervor, dass der Weinbau vor gigantischen Herausforderungen stehe, derweil die Zulassung neuer Pflanzenschutzmittel nach wie vor stocke und es eine Vielzahl von Bekämpfungslücken gebe. Insofern treffe das Agrarpaket auch die Winzer mit voller Wucht: Denn es sei beabsichtigt, in Schutzgebieten, in denen viele Weinberge liegen, die Ausbringung von Pflanzenschutzmittel drastisch einzuschränken. Aus Unwissenheit oder Desinteresse ruiniere die Bundesregierung so nach den Bauern nun auch die Winzer, warf die FDP-Politikerin der Bundesregierung vor. Sie forderte schnellere Neuzulassungen von innovativen und umweltfreundlichen Insektiziden für den Weinbau, die auch in Schutzgebieten angewendet werden können.

MBI/12/jc/ssc/13.1.2020

Weitere Plattformen der MBI Infosource