11.07.2018 - Zeitung: Krupp-Stiftung plant Sondersitzung am Freitag

Angesichts der Führungskrise bei Thyssenkrupp plant die Krupp-Stiftung, größter Einzelaktionär des Essener Industriekonzerns, einem Zeitungsbericht zufolge eine Sondersitzung. Am Freitag stehe ein außerplanmäßiges Treffen des Stiftungskuratoriums an, berichtete die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" am Mittwoch unter Berufung auf Kuratoriumsmitglieder. Demnach will sich das Gremium unter der Leitung von Stiftungschefin Ursula Gather mit der aktuellen Lage nach dem überraschenden Rücktritt von Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger befassen.

Die Stiftung ist mit rund 21 Prozent größter Einzelaktionär von Thyssenkrupp. In der Stiftung ist das Kuratorium das wichtigste Führungsgremium. Dort sei "Verblüffung über die Darstellung von angeblich mangelnder Unterstützung für Hiesinger zu hören", berichtet die "WAZ". Es sei davon auszugehen, dass das Kuratorium Stiftungschefin Gather bei der Sitzung am Freitag den Rücken stärken werde.

Gather war in die Kritik geraten, nachdem Hiesinger am vergangenen Donnerstag seinen Rücktritt angekündigt hatte. Grund für den Rücktritt waren nach Hiesingers Angaben unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Er stand unter starkem Druck von Großaktionären, die ein schnelleres Tempo beim Umbau des Konzerns fordern. Auch gegen die Zusammenlegung der Stahlsparten von Thyssenkrupp und dem indischen Konzern Tata gab es Widerstand.

Hiesingers Rückzug sorgte im Unternehmen für Unruhe. Mitarbeiter warfen Gather vor, den bisherigen Konzernchef nicht ausreichend unterstützt zu haben.

MBI/AFP/kri/11.7.2018

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