21.05.2019 - Sambia droht mit Übernahme - Vedanta-Tochter KCM sucht Gespräche mit Regierung

Sambias zweitgrößter Kupfer- und Kobaltproduzent, Konkola Copper Mines (KCM), sucht dringend Gespräche mit der Regierung. Dies werde angestrebt, um eine drohende Übernahme seiner Vermögenswerte abzuwenden, teilte das 79,4-prozentige Tochterunternehmen von Vedanta Resources mit. Die verbleibenden 20,6 Prozent an KCM hält die staatliche Zambia Consolidated Copper Mines Investment Holdings (ZCCM-IH). Hintergrund ist offenbar ein eskalierender Streit um die Bergbaulizenz von KCM. So hat die Regierung zuvor angekündigt, dass sie Pläne zur Übernahme von Minenvermögen der in London börsennotierten Vedanta habe.



Die Situation droht, die bereits angespannten Beziehungen zwischen Sambia und Investoren im Land weiter zu belasten. Bergbauunternehmen klagen über die jüngste Erhöhungen von Steuern und Lizenzgebühren und haben bereits begonnen, deswegen Arbeiter zu entlassen und die Produktion zu kürzen. "KCM versucht, sich dringend mit der Regierung zu treffen, um die Zukunft von KCM zu diskutieren", sagte ein Unternehmenssprecher: "Steuern, Zölle, Treibstoff- und Energiekosten sind unter anderem exponentiell gestiegen und haben das Unternehmen enorm und unerschwinglich belastet."



Die Regierung suche einen neuen Investor für den Betrieb, teilte Sambias Präsidentenbüro mit, ohne Details offenzulegen. Bei einem Wochenendbesuch in Sambias Copperbelt Provinz richtete sich Sambias Präsident Edgar Lungu hauptsächlich gegen KCM. "Es sollte keine Frage über unsere Entschlossenheit zur Scheidung geben, die mit KCM beginnt", sagte Lungu im staatlichen Fernsehen. Bislang habe die Vedanta-Tochter dazu noch keine formelle Mitteilung der Regierung erhalten.



Die sambische Regierung beschuldigt seit Jahren Bergbauunternehmen, nicht genügend Steuern zu zahlen. Die sambische Bergbaukammer warnte im Dezember davor, dass die neuen Steuern, die im Januar in Kraft traten, darunter eine Erhöhung der Lizenzgebühren um 1,5 Prozent, die Hälfte der sambischen Minen unrentabel machen werde und die Produktion bedrohe. Sambia, das mit einer steigenden Auslandsverschuldung konfrontiert ist, besteht jedoch darauf, dass die neuen Steuern bestehen bleiben müssen.



Die Regierung werde bei der Übernahme der Vermögenswerte von Vedanta das Gesetz einhalten, beruft sich Bloomberg auf Lungu: Andere Investoren seien daran interessiert, sie zu betreiben. Lungus Sprecher, Amos Chanda, habe sich aber geweigert, die Unternehmen zu identifizieren.

MBI/DJN/gil/21.5.2019

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