08.11.2019 - Rusal rechnet für 2019 mit Nullwachstum beim Primäraluminiumbedarf

Der Aluminiumproduzent Rusal davon aus, dass der globale Primäraluminiumbedarf im laufenden Jahr mit 66 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr unverändert bleiben wird, während der Gesamtsaldo ein Defizit von rund einer Millionen Tonnen aufweisen wird. "Die allgemeine Unsicherheit auf dem Markt aufgrund der Handelsspannungen zwischen China und den USA sowie ein weltweiter Rückgang der Produktionstätigkeit könnten die Aluminiumpreise bis Ende dieses Jahres weiterhin negativ beeinflussen", prognostizierte der russische Konzern anlässlich der Vorlage seiner Geschäftszahlen für das dritte Quartal.



"In den ersten neun Monaten des Jahres war das Marktumfeld mit stark fallenden Aluminiumpreisen schwierig. Zusammen mit einem erheblichen Rückgang der realisierten Prämien um über 20 Prozent, vor allem aufgrund des geringeren Anteils der durch die Sanktionen beeinflussten VAP-Umsätze, führte dies zu einem erheblichen Rückgang von Umsatz und EBITDA und wirkte sich auf unsere Finanzergebnisse aus", kommentierte Rusal-CEO Ewgenii Nikitin das Ergebnis.



Zwar werde bislang das Potenzial für eine zukünftige Preiserholung und ein Marktwachstum durch die anhaltenden Handelsspannungen zwischen den USA und China untergraben. Allerdings gebe es positive Anzeichen auf den Automobilmärkten in Europa und Südamerika. Dies gemeinsam mit einer Zinssenkung in Russland sollte die Nachfrage nach Aluminium bei den Verbrauchern im kommenden Jahr wieder ankurbeln, so der CEO. Eine weitere Quelle für zukünftiges Wachstum wird Nikitin zufolge eine steigende Nachfrage der Verbraucher nach "grünem Aluminium" sein. Denn das Thema Nachhaltigkeit werde in der Branche immer wichtiger.



Die Nachfrage nach Aluminium verschlechterte sich Rusal zufolge im dritten im Vergleich zum zweiten Quartal. Die globale Primäraluminiumnachfrage sank demnach in den ersten neun Monaten des Jahres im Jahresvergleich fast auf Null und lag bei 49,5 Millionen Tonnen, wobei sie außerhalb Chinas um 1,5 Prozent auf 21,9 Millionen Tonnen sank und in China selbst um 1,4 Prozent auf 27,6 Millionen Tonnen zulegte. In Europa ging die Primäraluminiumnachfrage bis September um 1,6 Prozent auf 6,5 Millionen Tonnen zurück. In Nordamerika sank sie um 1,7 Prozent auf 5,0 Millionen Tonnen.



Der Umsatz von Rusal ist im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14,8 Prozent auf 2,486 Milliarden US-Dollar eingebrochen. Dies sei darauf zurückzuführen, dass der LME-Aluminiumpreis im Durchschnitt ein Rekordtief von 1.761 USD/t erreicht habe, was einem Rückgang von 14,3 Prozent gegenüber einem Schnitt von 2.056 USD/t im dritten Quartal 2018 entspreche, teilte der Aluminiumerzeuger mit. Dieser negative Trend sei noch verstärkt worden durch einen Rückgang der realisierten Prämien im dritten Quartal auf durchschnittlich 145 USD/t, nach 167 USD/t im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA sank im dritten Quartal auf 237 Millionen Dollar, was einen Rückgang von 64,9 Prozent darstellt.



In den ersten neun Monaten sank der Umsatz gegenüber Vorjahr um 8,8 Prozent auf 7,222 Milliarden Dollar, was teilweise durch einen Anstieg des Primäraluminiumabsatzes um 9,8 Prozent ausgeglichen wurde.

MBI/crb/8.11.2019

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