30.04.2018 - "Keine sichtbare Annäherung" - Deutsche Industrie enttäuscht von Merkels Besuch bei Trump

Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat sich enttäuscht über das Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit US-Präsident Donald Trump gezeigt. "Ich bedaure, dass der Besuch der Bundeskanzlerin in Washington keine sichtbare Annäherung in den Streitpunkten zwischen Deutschland und den USA gebracht hat", erklärte BDI-Präsident Dieter Kempf. "Auch wenn eine atmosphärische Verbesserung zwischen der Bundeskanzlerin und dem US-Präsidenten spürbar ist, hätte ich mir substanzielle Fortschritte gewünscht."



Merkel war am Freitag von Trump mit demonstrativer Herzlichkeit im Weißen Haus empfangen worden, Einigungen in zentralen Streitfragen konnte sie aber nicht erreichen. Nach ihrem Kurzbesuch bleibt ungewiss, ob die EU dauerhaft von US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium ausgenommen bleibt, und wie Trump mit dem Atomabkommen mit dem Iran verfahren wird. "Die angedrohten amerikanischen Strafzölle bleiben eine große Belastungsprobe für das transatlantische Verhältnis", teilte Kempf mit. "Für unsere Unternehmen bleibt zunächst unklar, ob die EU nun dauerhaft von den Stahl- und Aluminiumzöllen ausgenommen wird."



Die vorläufige Befreiung der Europäer von den US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium läuft am Dienstag aus. Die EU will dauerhaft ausgenommen werden. Merkel sagte dazu nach dem Treffen mit Trump lediglich: "Der Präsident wird entscheiden." Trump gab gegenüber Merkel offenbar keine Hinweise, ob die EU mit Zöllen rechnen muss. "Auch für die USA wäre es besser, vollständig von den geplanten Importbeschränkungen abzusehen", erklärte Kempf. "Es ergeben sich Risiken nicht nur für die Weltwirtschaft und den Welthandel, sondern auch für die US-Wirtschaft."

MBI/AFP/DJN/gil/30.4.2018

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