11.01.2018 - Tarifverhandlungen der Metaller ergebnislos vertagt

Die dritte Runde der Tarifverhandlungen in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie ist am Donnerstag nach Angaben der IG Metall ohne Ergebnis vertagt worden. "Nach wie vor liegen die Arbeitgeber meilenweit von unseren Vorstellungen zum Thema Arbeitszeit entfernt", erklärte IG Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger. Allerdings sei in der Verhandlungsrunde am Donnerstag "Bewegung erkennbar" gewesen, an der sich konstruktiv weiter arbeiten lasse.

Die Gespräche sollten nun am 24. Januar ebenfalls in Böblingen in die vierte Runde gehen, erklärte die IG Metall. Die Warnstreiks in Baden-Württemberg sollten bis zur nächsten Verhandlung "unvermindert" fortgesetzt werden. Bislang hätten sich daran seit dem Ende der Friedenspflicht, die zum Jahreswechsel ausgelaufen war, rund 65.000 Beschäftigte beteiligt. Nach den Warnstreiks in den vergangenen Tagen hätten die Arbeitgeber ihre Verweigerungshaltung am Verhandlungstisch "zumindest in Teilen aufgegeben".

Die Metallarbeitgeber äußerten sich "enttäuscht", dass sich die IG Metall in der dritten Verhandlungsrunde bei den Themen Entgelt und Lohnzuschläge für Teilzeitbeschäftigte "keinen Millimeter" bewegt habe. "Immerhin hat die Gewerkschaft beim Thema Arbeitszeit erstmals Bereitschaft signalisiert, auch über die Volumenfrage mit uns zu sprechen", erklärte der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, Stefan Wolf. "Wir sind im Gegenzug auch bereit, über Rahmenbedingungen zu reden für Beschäftigte, die ihre Arbeitszeit vorübergehend reduzieren wollen."

Größter Streitpunkt zwischen den Tarifparteien ist die Gewerkschaftsforderung nach einem Recht auf eine befristete 28-Stunden-Woche, teilweise mit Ausgleichszahlungen für bestimmte Beschäftigte. Diese sehen die Arbeitgeber als rechtswidrig an, weil sie eine Ungleichbehandlung gegenüber Beschäftigten, die bereits in Teilzeit sind, bedeuteten.

MBI/AFP/kri/11.1.2018

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