06.06.2018 - Energieintensive Industrien nicht in Kohlekommission vertreten

In der Kommission zur Kohleverstromung wird kein Vertreter der Energieintensiven Industrien in Deutschland vertreten sein - obwohl sie Großabnehmer der Energiewirtschaft sind. Dies beklagt die Wirtschaftsvereinigung Metalle (WVMetalle) und warnt vor einem Vertrag zu Lasten Dritter sowie einem ein erhöhtes Carbon-Leakage-Risiko. Die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ soll den Ausstieg aus der Kohleverstromung regeln. Akteure aus Politik, Wirtschaft, Umweltverbänden, Gewerkschaften sowie betroffene Länder und Regionen sollen dazu über Maßnahmen beraten.



"Es ist mit keinem Argument zu rechtfertigen, dass kein Vertreter der energieintensiven Verbraucher mit am Tisch sitzt", kritisiert Franziska Erdle, Hauptgeschäftsführerin der WVMetalle. "Die Energieintensiven Industrien sind die Hauptabnehmer des von der Energiewirtschaft produzierten Stroms. Daher tragen wir die Kosten der Beendigung der Kohleverstromung."



Die NE-Metallindustrie sei besonders stromintensiv und bereits von geringen Strompreiserhöhungen stark betroffen. Die Branche setzt laut Erdle bis zu 16 Milliarden Kilowattstunden Strom im Jahr um. Aber auch die Baustoff-, Glas-, Papier-, Stahl- sowie die chemische Industrie seien von den Maßnahmen der Kommission direkt betroffen. Alle sechs Industrien zusammen kommen auf einen Stromverbrauch von 116 Milliarden Kilowattstunden und beschäftigen über 880 000 Arbeitnehmer.



Derzeit sind in Deutschland Kohlekraftwerke die preissetzenden Stromlieferanten mit einem Börsenpreis von ca. 3,5 Cent je Kilowattstunde. Bei einem Ausstieg aus der Kohleverstromung würden Gaskraftwerke den Preis bestimmen. Nach Schätzung der WVMetalle würde dies den Strom an der Börse um mindestens 25 Prozent verteuern. Dies brächte für die deutsche NE-Metallindustrie eine zusätzliche - rein nationale - Mehrbelastung von jährlich 160 Millionen Euro mit sich.

MBI/crb/6.6.2018

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