09.10.2019 - Windkraft auf See/Spitzenverbände fordern schnelle Maßnahmen ein

Das Windenergie-Branchenetzwerk WAB und die Stiftung Offshore-Windenergie haben das jüngste, vom niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies initiierte Spitzentreffen von Vertretern der Nordländer, der Bundesregierung und der Industrie in Hannover zur Zukunft der Offshore-Windindustrie als wichtigen Schritt zur weiteren Umsetzung der Beschlüsse des Klimakabinetts begrüßt. Um die industriepolitischen Chancen am Standort Deutschland zu wahren und den heimischen Markt wieder attraktiver zu gestalten, forderten die beiden Organisationen einen klaren Fahrplan „Energiewende“. Mit einer raschen Umsetzung des im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Sonderbeitrags von bis zu 2 Gigawatt könnten der bereits eingetretene „Fadenriss“ beim heimischen Ausbau der Offshore-Windkraft zumindest abgemildert und bedrohte Arbeitsplätze gesichert werden, erklärten die Branchenvertreter. Sie sehen Bundesregierung und Bundestag nun gefordert, die entsprechenden gesetzlichen Anpassungen im Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) und im Gesetz zur Entwicklung und Förderung der Windenergie auf See (WindSeeG) kurzfristig auf den Weg zu bringen. Ohne diesen Sonderbeitrag seien Netzanschluss-Kapazitäten über mehrere Jahre nicht ausgelastet, stellten WAB und die Stiftung Offshore-Windenergie fest.

Sie bemängelten gleichzeitig, dass die Wasserstoffproduktion mit Windkraft im jetzt vorgelegten Entwurf für das Bundes-Klimaschutzgesetz keine wesentliche Berücksichtigung finde und der Gesetzentwurf der durch Insolvenzen, Stellenabbau und sinkende Wertschöpfung geprägten aktuellen Situation der heimischen Windindustrie nicht gerecht werde. Neben kurzfristig wirksamen Maßnahmen sei auch eine deutliche Erhöhung der Offshore-Windkapazität über das Jahr 2030 hinaus erforderlich, mit einer klaren Perspektive bis 2040 und 2050, betonte der Geschäftsführer der Stiftung Offshore-Windenergie, Andreas Wagner. Die Branche und die Küstenländer setzten sich für eine Kapazität von mindestens 30 Gigawatt bis zum Jahr 2035 ein, sagte er. Das entspreche einem Zubau von 2 Gigawatt pro Jahr nach 2030. Unter Berücksichtigung der Entwicklung neuer Speichertechnologien und der Sektorkopplung fordere die WAB gemeinsam mit der Bremer Landespolitik einen Offshore-Ausbaupfad von 35 Gigawatt bis 2035, fügte die Geschäftsführerin des Verbandes, Heike Winkler, hinzu. Bei einem Ausbaupfad von 40 Gigawatt könne die Anzahl der Beschäftigten laut einer Studie des Forschungsinstituts Wind-Research auf 35.000 Arbeitsplätze gesteigert werden, erläuterte Winkler.

MBI/jcl/sir/9.10.2019

Weitere Plattformen der MBI Infosource