14.02.2018 - Thyssenkrupp steigert Gewinn mit Hilfe des Stahlgeschäfts

Thyssenkrupp hat zum Auftakt des neuen Geschäftsjahres von einer starken Entwicklung in seinem traditionellen Stahlgeschäft profitiert. Der bereinigte operative Gewinn legte trotz fortdauernder Schwäche im Anlagenbau um mehr als die Hälfte gegenüber dem Vorjahr zu. Die starke Verbesserung, die Analysten in dieser Höhe nicht erwartet hatten, geht weit überwiegend auf das Konto von Thyssenkrupp Steel.



Das europäische Flachstahlgeschäft, das der Konzern mit dem der indischen Tata-Steel-Gruppe zusammenführen will, um die eigene Bilanz zu entlasten und weniger schwankende Ergebniszahlen zu bekommen, konnte den Gewinn mehr als verfünffachen. Der Rohstoffhandel hielt unterdessen das Vorjahresniveau. Das Geschäft band jedoch in erhöhtem Maße liquide Mittel, so dass der Cashflow im Konzern mit minus 1,5 Milliarden Euro zwar besser ausfiel als im Vorjahreszeitraum, aber noch weit vom Jahresziel eines positiven Wertes entfernt ist.



Von den drei Industriegeschäften entwickelten sich zwei positiv: Die Sparte Elevator Technology, die Aufzüge und Fahrtreppen produziert, profitierte mit 3 Prozent Gewinnsteigerung von vermehrter Nachfrage aus Nordamerika. Gute Geschäfte mit Pkw-Komponenten in Westeuropa und China ließen den Gewinn in der Sparte Components Technologies um zwei Prozent steigen. Nach wie vor nicht rund lief es aber beim Sorgenkind Industrial Solutions: Hier fiel der Ertrag um mehr als zwei Drittel. Im Laufe des Jahres sollen Restrukturierungsmaßnahmen hier die Wende bringen.



Im Konzern verbuchte Thyssenkrupp in den Monaten Oktober bis Dezember ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 444 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum waren es auf vergleichbarer Basis, also ohne den zwischenzeitlich verkauften Bereich Steel Americas, 291 Millionen Euro gewesen. Netto blieb ein von 15 auf 91 Millionen Euro gestiegener Überschuss, obwohl die US-Steuerreform das Ergebnis einmalig um 87 Millionen Euro schmälerte.



"Die positive Ergebnisentwicklung zeigt, dass unsere Programme zur Steigerung der Leistungsfähigkeit wirken", erklärte Konzernchef Heinrich Hiesinger. Umsatz und Auftragseingang stiegen auf vergleichbarer Basis um jeweils ein Prozent auf 9,82 und 9,74 Milliarden Euro. Verkürzt wurde das Wachstum allerdings vom schwachen Dollar. Ohne diesen Effekt hätten die Einnahmen um drei Prozent zugelegt.



Die Prognose bestätigte der Konzern aus Essen: Das bereinigte EBIT soll auf 1,8 bis 2 Milliarden Euro steigen und der Jahresüberschuss höher ausfallen als im abgelaufenen Jahr.

MBI/DJN/crb/14.2.2018

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