06.12.2017 - Studie/Abwasser-Energie hat viel Potenzial für Wärmeversorgung

Laut einer Studie könnte rund 14 Prozent der zum Heizen benötigten Wärme in Deutschland mit Energie aus Abwasser gedeckt werden. Da im Vergleich zu konventionellen Heiztechniken dabei deutlich weniger CO2 ausgestoßen werde, könne die Abwassernutzung auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, wie aus der Studie des Beratungsunternehmens enervis im Auftrag der Helmut Uhrig Straßen- und Tiefbau GmbH hervorgeht. Das brachliegende Potenzial sei mit rund 100 Terawattstunden sehr hoch, hieß es weiter.



Selbst bei einem realistischen Ausbau könnten bis 2030 etwa 5,5 Prozent der Heizwärme in Deutschland durch Energie aus Abwasser gedeckt werden. Das Potential von Energie aus Abwasser kann laut Studie noch gesteigert werden, wenn die Anlagen im Sommer auch zur Kühlung eingesetzt werden. "Die Energiegewinnung aus Abwasser wird seit knapp zehn Jahren im Windschatten der Stromwende vorangetrieben", sagte Stephan von Bothmer von Uhrig. "Vom Preis her kann die Energie aus Abwasser bereits heute mit Öl und Gas konkurrieren", führte er aus.



Julius Ecke, Energieexperte bei enervis, sagte: "Dort, wo es großen Wärmebedarf gibt, in Städten und Ballungsgebieten, da gibt es auch viel Abwasser. Perfekte Ausgangsbedingungen also." Hilfreiche wäre nach Ansicht von Ecke eine regulatorische Gleichstellung mit anderen erneuerbaren Heiztechniken.

MBI/aul/6.12.2017

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