12.10.2017 - Klimaschutz/BNP Paribas gibt keine Kredite mehr für Schiefergas

Die französische Bank BNP Paribas will keine Projekte zum Abbau von Öl und Gas in Schiefergestein und Ölsanden mehr finanzieren. Die Geschäftsbeziehung zu Unternehmen, die hauptsächlich dort ihr Geld verdienen, werde eingestellt, teilte das Geldhaus mit. Es ist das bislang deutlichste Zeichen, dass Banken ihr Engagement im Schiefergassektor überdenken. Auch in der Arktis wollen die Franzosen keine Kredite mehr für die Ölförderung gewähren.



BNP-Chef Jean-Laurent Bonnafé schrieb auf der Plattform Linkedin, die Bank verzichte damit auf Kredite an eine ganze Reihe von Unternehmen, die keinen Beitrag leisteten, die Wirtschaft klimafreundlicher werden zu lassen. Die Franzosen sind eine der ersten Bank, die sich nun von Teilen des Ölsektors abwenden. Insgesamt steigt der Druck auf Unternehmen, mehr Aufklärung über die Folgen ihrer Geschäfte für das Klima zu leisten. Beim Ölkonzern Exxon zwangen die Aktionäre das Management, mehr Informationen darüber zu sammeln, wie Klimawandel und Regulierung sich auf das Geschäft des Multis auswirken könnten.



Sorgen vor einer Kreditknappheit muss die Ölbranche aber nicht haben. Der Schieferölsektor boomt trotz der gefallenen Ölpreise. Die meisten Unternehmen sind zudem in den USA tätig, wo der tiefe Finanzmarkt zahlreiche Investoren und Banken für die Kreditvergabe bereithält und Präsident Donald Trump ohnehin das Rad zum Klimaschutz wieder zurückdreht. BNP Paribas hatte schon früher einen ähnlichen Schritt wie jetzt bei Schiefergas unternommen: Die Franzosen hatten auch die Finanzierung von Kohleprojekten eingestellt und stattdessen auf erneuerbare Energien gesetzt.

MBI/DJN/aul/12.10.2017

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