15.05.2018 - Bei Thyssenkrupp beflügelt erneut das Stahlgeschäft den Gewinn

Auch im zweiten Quartal konnte Thyssenkrupp auf die Ertragsstärke in seinem Stahlgeschäft bauen. Während das bereinigte Ergebnis in allen Industriegeschäften wegen erhöhter Materialkosten und negativer Währungseffekte mehr oder weniger zurückging, trieb allein Steel Europe den Gewinn im Konzern nach oben. Thyssenkrupp verbuchte ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 500 Millionen Euro im Konzern. Das sind 17 Prozent mehr als im Vorjahr und entsprach dem von Analysten prognostizierten Wachstum.



Die stärkste Entwicklung verzeichnete wie schon zum Jahresauftakt das europäische Flachstahlgeschäft, das der Essener Konzern mit dem der indischen Tata-Steel-Gruppe zusammenführen will. Hier verdoppelte sich der Gewinn nach Maßnahmen zur Leistungsteigerung. Auch Umsatz und Auftragseingang legten leicht zu. Letzteres gelang ansonsten nur dem Rohstoffhandel, dessen Ergebnis allerdings deutlich nachgab.



Industriegütergeschäfte schwächeln



Schwächen zeigten ansonsten erneut die Industriegütergeschäfte und hier besonders der Anlagenbau. Industrial Solutions machte anders als vor Jahresfrist einen leichten Verlust. Die eingeleitete Sanierung dürfte sich im zweiten Halbjahr in einem spürbar besseren Ergebnis niederschlagen, hieß es vom Unternehmen. Die Aufzugssparte hielt den Gewinn nahezu, im Komponentengeschäft ging er wegen geringer Nachfrage nach Teilen für Windkraftanlagen zurück.



Der Umsatz ermäßigte sich im zweiten Quartal um zwei Prozent auf 10,7 Milliarden Euro. Bereinigt um den Umsatzbeitrag des inzwischen verkauften Bereichs Steel Americas sowie Wechselkurseffekte verzeichnete Thyssenkrupp ein Wachstum von fünf Prozent. Der Auftragseingang ging deutlicher, nämlich um zwölf Prozent auf 10,5 Milliarden Euro zurück. Vor Jahresfrist waren im Anlagenbau einige Großaufträge gewonnen worden, die diesmal fehlten.



Unter dem Strich stand ein den Aktionären zustehender Gewinn von 243 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte eine Abschreibung von 900 Millionen Euro auf das verkaufte brasilianische Stahlgeschäft noch einen Fehlbetrag von 879 Millionen Euro hinterlassen.



Cashflow positiv



Deutliche Fortschritte machte Thyssenkrupp beim bereinigten Free Cashflow. Er fiel mit 168 Millionen Euro positiv aus, nachdem zu Jahresbeginn noch ein Mittelabfluss von gut 1,5 Milliarden Euro verzeichnet worden war. Im Gesamtjahr will der Konzern einen positiven Wert erreichen. Diese Prognose bestätigte der DAX-Konzern ebenso wie seine Ergebnisziele. So soll das bereinigte EBIT 1,8 bis 2,0 Milliarden Euro erreichen und der Nachsteuergewinn steigen.



Zum Stahl-Joint-Venture bestätigte Thyssenkrupp das Ziel, die nötigen Gremienentscheidungen bis Ende Juni herbeizuführen. Die künftige strategische Ausrichtung des Konzerns soll nach Vertragsunterzeichnung vorgestellt werden.

MBI/DJN/crb/15.5.2018

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